Orkantief beschert Schülern „sturmfrei"

Kirchheim-Heddersdorf - Orkan „Joachim“ hat in Hessen weniger gewütet, als befürchtet. In einigen Städten fielen ihm Schulstunden zum Opfer. Ansonsten hielten sich die Schäden bis zum späten Nachmittag in Grenzen.

Kirchheim-Heddersdorf - Am Nachmittag hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Unwetterwarnung für Hessen auf. Förster rieten von Waldspaziergängen am Wochenende ab. Zahlreichen Schülern bescherte „Joachim“ einen Frühstart ins Wochenende. In Hanau wurden alle Schüler nach der fünften Stunde nach Hause geschickt. Auch in anderen Städten gab es sturmfrei: Wegen der Unwetterwarnung hatte es das staatliche Schulamt in Darmstadt den Schulleitern nach Angaben einer Stadtsprecherin freigestellt, den Unterricht um 11 Uhr zu beenden, damit die Schüler sicher nach Hause kommen konnten.

Am Morgen hatten starke Schneefälle in Mittelhessen für Verkehrsprobleme gesorgt. Nach Angaben der Polizei in Dillenburg blockierten querstehende Fahrzeuge mehrere Straßen, weil sie auf geschlossener Schneedecke an Steigungen ins Rutschen kamen. Soldaten der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn (Schwalm-Eder-Kreis) räumten einen im Sturm umgestürzten Baum von einer Straße bei Kirchheim-Heddersdorf westlich von Bad Hersfeld. Der Bus der Soldaten stand im Stau, weil der Baum die Fahrbahn blockierte. Kurzerhand stiegen die Männer aus und packten an. Wenig später löste sich der Stau auf. Vor allem in den Hochlagen der Mittelgebirge gab es Sturm- und Orkanböen.

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Die Stärke von Orkan „Kyrill“, der 2007 in weiten Teilen Europas verheerende Schäden angerichtet hatte, erreiche „Joachim“ aber nicht, sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. Von Waldspaziergängen rieten Förster ab: Die ergiebigen Regenfälle hätten den Waldboden stark aufgeweicht, teilte die Stadt Wiesbaden mit. Es bestehe die Gefahr, dass Bäume umstürzen oder starke Äste abbrechen. „Am besten ist es, wenn am Wochenende die Spaziergänger den Wald meiden. Denn es ist durchaus möglich, dass auch entlang der Waldwegen Bäume entwurzelt sind und überraschend umstürzen“, sagte die für den Forst zuständige Dezernentin Birgit Zeimetz.

Wenn „Joachim“ durchgezogen ist, soll es stürmisch bleiben und gleichzeitig deutlich kälter werden. Am Wochenende fällt Schnee auf den Bergen, im Flachland gibt es Schneeregen oder Graupel, auch Gewitter sind möglich. Die Temperaturen liegen im Flachland nur wenig über dem Gefrierpunkt, auf den Bergen friert es leicht. Danach wird es wieder milder, und der Schnee schmilzt rasch. Für weiße Weihnachten stehen die Aussichten nach den Erwartungen der Meteorologen eher schlecht.

dpa/lhe

Quelle: op-online.de

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