Ostermarschierer in Hessen unterwegs

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Tausende Ostermarschierer haben am Wochenende in Hessen gegen Atomwaffen und Krieg sowie für einen Truppenabzug aus Afghanistan demonstriert.

Offenbach - Zum 50. Mal in Folge sind in Hessen die Ostermarschierer auf die Straße gegangen. Die meisten Teilnehmer gab es zum Abschluss in Frankfurt. Am Karfreitag kam es zu einem Zwischenfall zwischen Demonstranten und einer rechtsgerichteten Gruppe in Bruchköbel bei Hanau.

Tausende Ostermarschierer haben am Wochenende in Hessen gegen Atomwaffen und Krieg sowie für einen Truppenabzug aus Afghanistan demonstriert. Zur zentralen Abschlusskundgebung in Frankfurt kamen am Ostermontag 2000 Demonstranten - darunter mehrere hundert Menschen aus Fulda, Darmstadt und Offenbach.

Im Mittelpunkt stand dabei das 50. Jubiläum der Ostermärsche in Deutschland, die auf den Widerstand gegen das atomare Wettrüsten in der Zeit des Kalten Kriegs zurückgehen. Abschlusskundgebung in Frankfurt Andreas Buro vom Komitee für Grundrechte und Demokratie blickte in Frankfurt auf ein halbes Jahrhundert Protest der Friedensbewegung zurück: „In Deutschland des Jahres 1960 Ostermärsche zu veranstalten, das war alles andere als Zucker schlecken.“ Inzwischen seien die Märsche ein fester Bestandteil der Protestkultur und der Zivilgesellschaft in Deutschland. „Die Friedensbewegung wird noch weitere 50 Jahre gebraucht werden“, sagte Buro laut Redemanuskript.

Zwischenfall mit Rechten in Bruchköbel

In Kassel zogen der Polizei zufolge 600 Ostermarschierer durch die Stadt zum Rathaus. Zu dem Motto „Truppen raus aus Afghanistan - Atomwaffen abschaffen - Abrüstung statt Sozialabbau“ trat unter anderem die Linken-Abgeordnete für das Europaparlament, Sabine Lösing, als Rednerin auf. Bereits am Ostersamstag demonstrierten rund 700 Ostermarschierer in Frankenberg, Fulda, Michelstadt und Wiesbaden für einen sofortigen Abzug der Truppen aus Afghanistan und gegen die atomare Bewaffnung. „Die Toten vom Karfreitag haben wieder gezeigt, dass Gewalt kein Mittel sein kann, um Frieden herzustellen“, sagte der Mitinitiator der hessischen Ostermärsche, Willi van Oyen, in Frankfurt. Bundesweit waren nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative an den vier Tagen Aktionen in mehr als 70 Städten geplant.

Zu einem Zwischenfall kam es am Karfreitag in Bruchköbel bei Hanau. Die etwa 200 Protestierenden wurden gegen Ende des Marsches von einigen Rechten gestört. Einem Polizeisprecher zufolge handelte es sich um eine „Handvoll Personen mit rechter Gesinnung“. Die Einsatzkräfte hätten die zwei Gruppen voneinander trennen können. Nach einigen Minuten seien die Rechten abgezogen, niemand sei verletzt worden.

dpa

Quelle: op-online.de

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