„Panikreaktionen am Flughafen“

Frankfurt - Auf die Erklärung von Flughafenchef Stefan Schulte zu den Möglichkeiten einer Lärmverminderung reagierten Kritiker mit der Feststellung, Fraport wolle die prognostizierten Flugbewegungen und Belastungen zementieren.

Raum für Ruhepausen werde kaum gesehen. Der Landes- und Fraktionschef der SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, nannte die Einigung im schwarz-grünen Koalitionsvertrag zum Fluglärm „Täuschungsmanöver und Beruhigungspille für die Grünen-Mitglieder“. Tatsächlich bleibe der Vertrag weit hinter den Wahlkampf-Forderungen der Grünen zurück. Grünen-Chef Tarek Al-Wazir wies die Vorwürfe zurück. Im Gegensatz zu seiner Partei sei die SPD gegen eine Ausweitung des Nachtflugverbots: „Die SPD will ja ausdrücklich nichts erreichen“, sagte Al-Wazir. Der Koalitionsvertrag will Lärmpausen von „regelmäßig sieben Stunden“ in der Nacht erreichen. Derzeit gilt ein Flugverbot von 23 bis 5 Uhr.

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„Fraport hat immer noch nicht begriffen, dass ein anderer Wind aus Wiesbaden wehen soll“, sagte Thomas Scheffler, Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen. „Auch wenn wir mit den vorgesehenen Regelungen im Koalitionsvertrag nicht zufrieden sind, zeigen sich doch deutliche Panikreaktionen am Flughafen.“

Die in der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal e. V. organisierten Fluglärmgegner äußerten sich „sehr enttäuscht über das magere Ergebnis“, das Grüne und CDU als Grundlage für ihre Koalition vereinbart hätten. Angesichts der dramatischen Ausbaupläne sei eine Begrenzung des Lärms längst überfällig. Die „Lärmpause“ von bis zu sieben Stunden sei „reine Augenwischerei, der angebliche Stopp des Terminals 3 weiter nichts als ein von Fraport gnädig gewährter Aufschub“. Die Bürgerinitiativen rufen zu einer Protestdemonstration vor der Grünen-Landesmitgliederversammlung in Frankfurt auf. Die Demonstration am Samstag, 21. Dezember, beginnt um 9.30 Uhr in Frankfurt, Kurt-Schumacher-Str. 10.

(mic)

Quelle: op-online.de

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