Sanierung für 16,4 Millionen Euro

Parkhaus am Römer wieder offen

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Grüner Bürgermeister ohne eigenes Auto präsentiert neues Parkhaus: Olaf Cunitz lässt am Römer die Schranke hochgehen.

Frankfurt - Als Grüner in realpolitischer Verantwortung und als Mann ohne eigenes Auto muss man flexibel sein. Lächelnd eröffnete Frankfurts Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz gestern das für 16,4 Millionen Euro komplett erneuerte Parkhaus am Römer. Von Michael Eschenauer

„Besser, das Blech steht unter als über der Erde“ - sprach er. Und die grüne Seele war wieder im Gleichgewicht.

Damit stehen den Besuchern der Frankfurter Innenstadt nach drei Jahren Abstinenz in diesem Stadtteil ab sofort wieder 480 moderne Parkplätze zur Verfügung. Am Ende werden es sogar 610 sein. Dann, wenn im Jahre 2016 die „neue“ Altstadt zwischen Dom und Römer fertiggebaut ist. Unter ihr wird der zweite, nördliche Parkhausteil entstehen. Die Parkgebühren bleiben unverändert: Jede angefangene Stunde kostet an Werktagen 1,50 Euro, an Feiertagen einen Euro.

Seit Juli 2010 geschlossen

Eigentlich hatte man die Anlage nur vorrübergehend schließen wollen, als im Juli 2010 plötzlich die Notstromversorgung ausfiel. „Es folgte die Erkenntnis, dass die Sprinkleranlage im Innern verrostet war. Je weiter wir vordrangen, desto gravierender stellte sich die Situation dar“, berichtete gestern der Geschäftsführer der Dom-RömerGmbH, Michael Guntersdorf. Seit die Tiefgarage Anfang der 70er Jahre im Zuge des Baus der U-Bahnstation „Römer“ und des Technischen Rathauses eröffnet worden sei, habe die Stadt praktisch nichts für Instandhaltung und Sanierung getan, konstatierte Cunitz. Der unerfreulichen Entdeckung unzähliger Bauschäden folgte eine Generalsanierung, die fast einem Neubau gleichkommt.

Auf 20.000 Quadratmeter Tiefgaragenfläche wurden 120 Kilometer Elektrokabel und -leitungen neu verlegt und 20 Kilometer Trassen und Rohre geschaffen. Mehr als 1000 LED-Leuchten mit Bewegungsmeldern wurden angebracht und über drei Viertel aller tragenden Stützen freigelegt und saniert. Auch die Notstromversorgung und die Sprinkleranlage sind neu.

Zwei Ausgänge stehen zur Verfügung: „Römer“ und „Dom“. Ein dritter - „Markt“ - wird hinzukommen, wenn die Altstadt fertig ist.

Hell, übersichtlich, energiesparend und benutzerfreundlich, alles ist in nettem Rot und Gold gehalten - eine deutliche Verbesserung. Eines allerdings musste man sich bei der Sanierung verkneifen: Die Vergrößerung der Parkparzellen scheiterte an der Anordnung der Betonstützen. Das Parkhaus „Dom Römer“ bleibt wie viele ältere Modelle recht eng.

Quelle: op-online.de

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