Kommentar: Parteipolitik geht vor

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Christian Riethmüller

Das sei kein guter Tag für die Rhein-Main-Region, meinte gestern der Kelkheimer Bürgermeister Thomas Horn, in der Verbandskammer des Regionalverbands FrankfurtRheinMain Sprecher der CDU-Gruppe, und er hat recht. Von Christian Riethmüller

Die Abwahl der derzeitigen Führungsspitze des Regionalverbands, wie sie die rot-grüne Mehrheit in der Verbandskammer nun betreibt, schadet der Region, weil sie einmal mehr vor Augen führt, dass eine übergreifende Zusammenarbeit der 75 Kommunen auf Dauer nicht möglich ist: Zumindest so lange nicht möglich ist, wie parteipolitisches Gezänk und Postengeschachere die Idee mit Füßen treten, sich als Region für die Welt mit einem Gesicht, einer Telefonnummer oder einer Hausnummer präsentieren zu wollen.

Es ist gutes demokratisches Recht, wenn SPD und Grüne ihre Mehrheit in der Verbandskammer mit Führungspositionen verbunden sehen möchten. Doch hat die Entscheidung, die Abwahl von Heiko Kasseckert und Matthias Drexelius zu verfolgen, auch den Anschein, endlich der CDU eins auswischen zu können, die bis zur Kommunalwahl ihre absolute Mehrheit weidlich auskostete. Diese Großspurigkeit nun bei der ersten Gelegenheit übertrumpfen zu wollen, zeugt leider nicht von Größe, sondern vom Problem vieler Politiker, einfach nicht aus ihrer Haut zu können, wenn noch eine Rechnung offen ist, die in diesem Fall den Steuerzahler auch noch einige hunderttausend Euro kosten wird.

Vielleicht wäre es für die Zukunft des Regionalverbands am besten, würden die Kommunen ihre Vertreter nicht mehr gemäß Parteizugehörigkeit, sondern als Verfechter des Regiongedankens entsenden. Und die künftigen Verbandsdirektoren und Ersten Beigeordneten müssten mit Antritt ihrer Posten für die Dauer der Tätigkeit die Parteimitgliedschaft ruhen lassen. Nach der fragt nämlich kein Investor, der sich für die Region FrankfurtRheinMain interessiert.

Quelle: op-online.de

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