Pegida in Frankfurt

Tausende stoppen 70 Fragida-Anhänger

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Frankfurt - Etwa 70 Pegida-Anhänger gegen 15.000 Gegendemonstranten: Die erste Kundgebung der islamkritischen Bewegung in Frankfurt hat für klare Verhältnisse gesorgt. Gespannt war die Situation an der Hauptwache, wo beide Gruppen aufeinandertrafen.

Begleitet von wütenden Protesten von Gegendemonstranten hat sich die islamkritische Pegida-Bewegung erstmals auch in Frankfurt versammelt. Etwa 70 Pegida-Anhänger versammelten sich in der Innenstadt in der Nähe der Hauptwache, umringt von rund 4500 Gegendemonstranten. Die Situation war angespannt, es kam zu Rangeleien zwischen den Pegida-Gegnern und der Polizei. Nur wenige hundert Meter entfernt auf dem Römerberg versammelten sich etwa 10.000 Menschen zu einer Demonstration gegen Rassismus, 1000 weitere waren es auf dem nahen Platz vor der Paulskirche.

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"Pegida läuft nicht", war auf Transparenten der Gegendemonstranten an der Hauptwache zu lesen, oder "Gemeinsam für Vielfalt" und "Der Islam gehört zu Deutschland - Ja". Angesichts der Übermacht der Gegendemonstranten fiel der geplante Schweigemarsch der Pegida-Anhänger aus. Die Islamkritiker zeigten Transparente mit der Aufschrift "Gewaltfrei und vereint gegen den Glaubenskrieg auf deutschem Boden" oder "Scharia - nein Danke". Ihre Ansprachen gingen aber in Pfeifkonzerten und "Nazis raus"-Rufen unter.

Dennoch rief Pegida-Organisatorin Heidi Mund ihre Anhänger für nächsten Montag zu einer weiteren Kundgebung auf. Unter der Pegida-Gruppe befand sich auch der hessische NPD-Politiker Stefan Jagsch. Mund distanzierte sich von diesem Besuch, von dem sie vorher nichts gewusst habe. Mit Blick auf die nur geringe Zahl von Anhängern, die den Weg zu der Kundgebung gefunden hatten, sagte sie, viele seien wegen der großen Zahl von Gegendemonstranten gar nicht bis zur Hauptwache durchgekommen. Nach dem Ende der Kundgebung wurden die wenigen Pegida-Anhänger unter starkem Polizeischutz in die B-Ebene der Hauptwache geleitet. Von dort aus konnten sie S- und U-Bahnen erreichen. Die Menge der Gegendemonstranten verlief sich allmählich. Gelöster war die Stimmung dagegen auf dem übervollen Römerberg. Dort fanden zeitgleich laut Polizeiangaben rund 10.000 Menschen zu einer Demonstration unter dem Motto "Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit" zusammen.

"Unsere Stadt hat Platz für vieles, aber nicht für Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) unter dem Jubel der Menge. Auf dem nahe gelegenen Platz an der Paulskirche versammelten sich laut Polizei weitere 1000 Demonstranten. "Gemeinsam für Vielfalt" und "Gegen Rassismus" war auf Transparenten zu lesen. Die Demonstration gegen Rassismus wurde von einem breiten Bündnis aus rund 40 Organisationen getragen. Unter den Unterstützern sind der schwarz-grüne Magistrat der Stadt, die SPD und die Grünen in Hessen, der DGB, Kirchen und die AWO.

Protest gegen Fragida

Protest gegen Fragida

Frankfurt war am Montag nicht die einzige hessische Stadt, in der Menschen für oder gegen Pegida auf die Straßen gingen. Bis zu 800 Teilnehmer trafen sich nach Angaben der Polizei in Fulda zu einer Demo unter dem Motto "Fulda stellt sich quer. Gegen Rassismus. Für Weltoffenheit". Eine aus 45 Gruppierungen bestehende Bürgerinitiative hatte die Protest-Veranstaltung angemeldet. In Kassel standen sich laut Polizei 110 Menschen bei der neunten Demo des Kasseler Ablegers Kagida ("Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes") und 300 Kritiker gegenüber. Alle Demonstrationen verliefen ohne Zwischenfälle. In Wiesbaden waren am vergangenen Montag rund 10.000 Menschen bei einer No-Pegida-Demo auf die Straße gegangen.

dpa

Quelle: op-online.de

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