Peinliche Panne: Haftrichter lässt Kindesentführer frei

Frankfurt - Peinliche Panne bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt: Ein Haftrichter hat einen Mann wieder freigelassen, nach dem seit einer Woche gefahndet wird. Der Mann hatte am vergangenen Dienstag eine Frau angegriffen und die gemeinsame Tochter entführt.

Fast eine Woche, nachdem ein Vater seine Tochter entführt hat, wird klar: Der Mann war am Freitag vergangener Woche vorübergehend festgenommen worden, kam aber noch am gleichen Tag wieder frei. Der Haftbefehl wurde abgelehnt. Die Ermittlungen in dem mysteriösen Fall gehen aber weiter, wie die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu agte. Der Mann hatte am vergangenen Dienstag in Frankfurt auf offener Straße die Mutter des Kindes angegriffen, geschlagen und das sechs Jahre alte Mädchen mitgenommen. Beim Versuch, den 33-Jährigen später festzunehmen, waren Schüsse gefallen, ein Polizist wurde leicht verletzt.

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Das Mädchen wurde später unversehrt bei Verwandten gefunden. Der Gesuchte ist der Polizei wegen mehrerer Gewaltdelikte bekannt. Seit der Entführung wurde nach dem Mann gesucht - wegen Entführung und versuchten Totschlags. Nun wurde bekannt, dass der Mann bereits am Freitag festgenommen wurde. Der mutmaßliche Kindesentführer kam noch am gleichen Tag wieder auf freien Fuß. Die Staatsanwaltschaft erklärt das so: Die Polizei hatte die Akten getrennt, einmal in einen versuchten Totschlag wegen des verletzten Beamten und einmal in die Entführung des Kindes. Der Haftbefehl habe sich nur auf das versuchte Tötungsdelikt erstreckt. Da der Haftrichter keine Tötungsabsicht sah, lehnte er den Haftbefehl ab.

Quelle: op-online.de

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