Pendler aufs Pedelec bringen

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Yüksel Simsek baut einen Elektroakku in ein Fahrrad, ein sogenanntes Pedelec, ein.

Frankfurt ‐ Nicht einmal jeder zehnte Pendler in Deutschland fährt mit dem Rad zur Arbeit. Häufigster Grund ist die Entfernung bis zum Büro oder dem Betrieb, wie aus Erhebungen des Statistischen Bundesamtes und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hervor geht. Von Ira Schaible (dpa)

Elektro-Fahrräder könnten einige Beschäftigte zum Umsteigen bewegen, sind Fachleute überzeugt. Denn die Mini-Motoren machen die Fahrt bequemer: Arbeitnehmer kommen weder verschwitzt noch abgekämpft an, haben kein Parkplatzproblem und etwas für ihre Gesundheit und die Umwelt getan. Der Planungsverband Ballungsraum Rhein/Main und mit ihm die Stadt Frankfurt machen sich für die alternativen Räder stark. Dafür hat der Planungsverband, dessen Gebiet rund 2,2 Millionen Einwohner mit etwa 1,35 Millionen Autos umfasst, beim Bundesverkehrsministerium einen Projektantrag gestellt. Die Rhein-Main-Region ist eine von acht Elektro-Modellregionen in Deutschland, erläutert der Regionale Radverkehrsbeauftragte Joachim Hochstein. Der Planungsverband sowie etwa zehn andere Behörden und Betriebe - darunter die Pendlermetropole Frankfurt - sollen für 16 Monate elektrisch verstärkte Räder nutzen können und Erfahrungen sammeln. Währenddessen werde wissenschaftlich untersucht, ob die Technik Stand hält und das E-Rad dauerhaft genutzt wird. „Oder ob es nur ein Anfangs-Hype ist, und dann in der Garage bleibt.“

„Das Fahren ist wie mit Rückenwind“

Dabei gilt: „Ohne Muskelkraft kein Saft“, wie Hochstein sagt. Zum Einsatz sollen nur sogenannte Pedelecs kommen - eine Abkürzung von „Pedal Electric Cycle“ - bei denen der Fahrer im Gegensatz zu anderen E-Bikes auch in die Pedale treten muss. Mit wie viel Watt der Motor die Muskelkraft unterstützt, kann eingestellt werden. Möglich sind bis zu 250 Watt bei der Standardvariante und damit eine Unterstützung bis zu Tempo 25. Radelt der Fahrer schneller, geht der Motor einfach aus. „Zum Aufladen braucht man nur eine Steckdose, nach drei bis vier Stunden ist der Akku wieder aufgeladen“, berichtet Hochstein. Durchschnittlich 1700 Euro kostet ein neues Rad mit elektrischer Trethilfe. Ein Anbieter von hochwertigen Pedelecs (Riese und Müller) sitzt in Darmstadt.

„Das Fahren ist wie mit Rückenwind“, sagt Martin Boré vom Radbüro der Stadt Frankfurt. Wenn der Motor ausgeht, wird einfach weiter geradelt. Boré kann sich die Räder mit E-Trethilfe in der Pendlermetropole Frankfurt außer für Arbeitnehmer auch als Hotelfahrräder oder für die Polizei vorstellen.

Fast jeder vierte Deutsche findet E-Bikes nach einer ADFC- Befragung interessant, die meisten von ihnen sind Männer oder älter (60 bis 69 Jahre). Nur jeder fünfte glaubt, dass sich der Elektroantrieb beim Rad durchsetzen wird. Der Marktanteil von E-Bikes betrug zwar 2009 erst vier Prozent. Aber zweistellige jährliche Zuwachsraten lassen nach Ansicht des Zweirad-Industrie-Verbands einen Anteil von zehn Prozent in fünf Jahren erwarten.

Quelle: op-online.de

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