Perspektiven für Hessens Lehrlinge

Frankfurt - Gute Chancen für Lehrlinge in Hessen: Gut 60 Prozent der Unternehmen planen, ihre Auszubildenden in ein Anstellungsverhältnis zu übernehmen.

„Dieses Ergebnis liegt mit drei Prozentpunkten über dem bundesweiten Durchschnitt und ist zugleich ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, bei der Vorstellung der IHK-Ausbildungsumfrage 2013 in Frankfurt. In der Befragung 2010 hatten nur 30 Prozent der Firmen angegeben, die Azubis übernehmen zu wollen. „Aus dem deutlichen Anstieg lässt sich schließen, dass die Ausbildung von Schulabgängern als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel immer mehr genutzt wird,“ sagte Gräßle.

Die hessischen Firmen stellen sich zugleich auf die teilweise unzureichende Ausbildungsreife bei Jugendlichen ein. „Die Unternehmen erweitern aktuell ihre Angebote, um der mangelnden Ausbildungsreife von Schulabgängern effektiv entgegenzuwirken“, erklärte Gräßle. Nach wie vor würden sie auf firmeninterne Nachhilfe (60,3 Prozent) und die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Agentur für Arbeit (33,5 Prozent) setzen. Zudem planten 16,6 Prozent der Unternehmen, Mentoren und Paten einzusetzen.

Für die Firmen wird es immer mühsamer, freie Ausbildungsplätze zu besetzen. 2012 blieben bei jedem fünften hessischen IHK-Unternehmen Ausbildungsplätze unbesetzt. Dies begründeten die Firmen vor allem mit fehlenden geeigneten Bewerbern. „An der Unzufriedenheit der IHK-Unternehmen mit der Ausbildungsreife und den Berufsvorstellungen von jungen Menschen hat sich in den letzten Jahren nichts geändert“, berichtete Gräßle. Zu Beginn der Ausbildungsumfrage 2006 klagten 56 Prozent der Firmen über eine mangelnde Ausbildungsreife von Schülern. In den vergangenen fünf Jahren habe die Zahl der Unternehmen, die dieser Ansicht seien, auf fast 76 Prozent zugenommen. Kritisiert würden darüber hinaus die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger.

(ku)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare