Oberbürgermeister

Feldmann zieht 100-Tage-Bilanz: Ende der Formbriefe

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Peter Feldmann

Frankfurt - Im Römer haben sie den Schreibautomaten abgeschafft. Selbstverständlich diktierte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei seiner 100-Tage-Bilanz den Journalisten auch die Sätze „spannendstes Jahr meines Lebens“ und „ich fühle mich sehr wohl im Amt“ in die Blöcke. Von Michael Eschenauer

Am eindrücklichsten aber bleibt sein Bild der einst im Dauerbetrieb ratternden und die Bürger mit Formbriefen abspeisenden, aber jetzt schweigenden Schreibautomaten.

Dass Feldmann ein paar Sätze weiter betonte, er sitze häufig bis zwei Uhr in der Früh am Schreibtisch und beantworte Bürgeranfragen, zeigt, dass der zu seinem Amtsantritt als Außenseiter, und linkischer Polit-Amateur verspottete SPD-Mann weiter auf sein Image „Mann der kleinen Leute“ setzt. Es hat sich offenbar bewährt.

Ohne jedes Polit-Show-Geklingel

Dabei legt der ohne jedes Polit-Show-Geklingel auftretende OB Wert auf die Feststellung, dass unter ihm eben kein tiefgreifender Wechsel des Amtsverständnisses stattgefunden habe. „Ich habe nichts aus dem bisherigen Tätigkeitsspektrum des OB weggenommen, sondern es erweitert“, so Feldmann. Sein Credo bleibe die Öffnung der Lokalpolitik. Niemand dürfe ausgegrenzt, die Stadt müsse als Einheit gedacht werden. „Die Menschen, die ich in den Stadtteilen und Hochhausvierteln besuche, haben sehr stark reagiert. Das war in Frankfurt wirklich etwas Neues“, so Feldmann.

Seine Grundlinien seien auch in Zukunft die tolerante Stadt, die keine Hürden etwa durch hohe Eintrittspreise bei der Teilhabe zulasse. Seine Schwerpunktsetzung werde von niemandem kritisiert. Deshalb stürze man sich darauf, welche Veranstaltungen er besuche oder nicht. Feldmann gab zu, bisweilen - wie bei der Verleihung des Adorno-Preises - die Wirkung seines Fernbleibens falsch eingeschätzt zu haben, will aber die von ihm gewählte Neugewichtung in Richtung Bürger, Vereine und Peripherie nicht aufgeben. Dieses Angebot habe eine enorme Wucht.

Schaffung von bezahlbarem Wohnraum

Sein Schwerpunkt werde weiter auf der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum liegen. Hier habe er verstärkt die Region einbezogen. Die Situation der Kinder und Älteren müsse sich verbessern. Im Bereich des internationalen Marketing sei es gelungen, die Strukturen zu vereinheitlichen. Feldman plant einen Abend der internationalen Wirtschaft. Beim Flughafen komme es darauf an, den Konflikt mit der Region zu entschärfen und den Bürgerinitiativen besser zuzuhören.

Quelle: op-online.de

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