Rennklub weigert sich, Gelände zu räumen

Pferdefreunde auf Kollisionskurs

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Frankfurt - Im Ringen um die künftige Nutzung der Galopprennbahn in Niederrad steuern die schwarz-grüne Stadtregierung und der Rennklub Frankfurt auf Kollisionskurs. Die Pferdefreunde weigern sich, das Gelände fristgerecht zum 30. September zu räumen.

Damit könnte der Zeitplan rund um den geplanten Bau der 89 Millionen Euro teuren DFB-Akademie negativ beeinflusst werden. So hat sich die Stadt Frankfurt vertraglich verpflichtet, das 15 Hektar große Gelände (plus Erweiterungsoption um fünf Hektar) zum 1. Januar 2016 zum Teil an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu übergeben. Wie jetzt die Frankfurter Rundschau (FR) meldet, bezeichnete der Rennklub-Präsident Manfred Louven diese Planungen als „Wunschdenken“. Eine Übergabe des Geländes werde es nicht geben. Gibt der Klub das Gelände nicht frei, will die Stadt vor Gericht ziehen, um einen Räumungstitel zu erwirken. Zudem habe ein Rechtsstreit keine aufschiebende Wirkung, heißt es hier.

Am 21. Juni 2015 war ein Bürgerentscheid der Akademie-Gegner in Frankfurt gescheitert. Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren und den vorläufigen Erhalt der Rennbahn sowie der angeschlossenen Neun-Loch-Golfanlage hätte es 124.389 Stimmen (mindestens 25 Prozent) gebraucht - es gingen aber nur rund 100.000 Personen zur Abstimmung. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach war damals davon ausgegangen, dass es keine Schlammschlacht vor den Gerichten geben würde. Er gehe davon aus, dass die Rennbahn-Befürworter „die klare Entscheidung der Bürger“ respektierten, hatte Niersbach gesagt und angefügt: „So wie wir es im umgekehrten Fall auch getan hätten.“ Der DFB will 2018 in die neue Zentrale unweit seines bisherigen Sitzes (2,5 Kilometer) umziehen. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sprach von einem „Leuchtturmprojekt des Fußballs“.

Nach FR-Informationen bewirbt der Rennklub bereits mehrere Großveranstaltungen auf dem Turf - die allesamt nach der offiziellen Geländeräumung terminiert sind. Von seiten des Planungsdezernats heißt es, dass die Stadt vor Gericht einen Räumungstitel erwirken werde. Damit wäre eine Zwangsräumung möglich, falls der Verein nicht freiwillig gehen sollte. Allerdings existiert eine weitere riskante Baustelle: die erwähnte Golfanlage. Ihr Besitzer weigert sich ebenfalls, seine Sachen zu packen. Mittlerweile erhöhte die Stadt ihr Schadenersatzangebot in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Eine Antwort liegt noch nicht vor. Auch andere Unternehmer verfügen noch über Mietverträge auf dem Gelände. Fortschritte hat es offensichtlich woanders gegeben. Der ehemalige Mitbesitzer der Rennbahn, Manfred Hellwig, ließ seiner Ankündigung, die Übertragung seiner Geschäftsanteile an die Stadt zu widerrufen, keine Taten folgen. (mic/sid)

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Quelle: op-online.de

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