Pferdesteuer nicht totzukriegen

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Pferdesteuer? Da treten manche gewaltig aus.

Dillenburg - Sie kommt alle Jahre wieder ins Gespräch: die Pferdesteuer. In mehreren Städten und Gemeinden Deutschlands - darunter mindestens vier hessische Kommunen - wird ernsthaft über die Einführung dieser hoch umstrittenen Abgabe diskutiert.

Dazu gehört auch Biebertal bei Gießen. Wütende Pferdebesitzer und Reiter riefen bereits in Internetforen zur Teilnahme an den entsprechenden Sitzungen von Finanzausschuss und Parlament auf, um „unserem Unmut Luft zu machen“, wie es in einem Eintrag heißt.

Die Kommunen wollen ihre leeren Kassen füllen. So hatte etwa in Langenselbold die SPD-Fraktion die Idee, 750 Euro jährlich pro Pferd zu verlangen. Die Mehrheit der Volksvertreter war jedoch anderer Meinung: Vorschlag abgelehnt. Robert Kuypers, Chef des hessischen Pferdesportverbandes in Dillenburg (Lahn-Dill-Kreis), hörte das zwar mit Erleichterung, doch aufatmen kann er nicht.

„Seit zehn Jahren kocht dieses Thema regelmäßig wieder hoch, aber so hartnäckig wie dieses Mal waren die Gemeinden noch nie“, sagt er. Kuypers befürchtet, dass der Widerstand bröckeln könnte, falls die erste Kommune „Ja“ zur Pferdesteuer sagt. Seiner Meinung nach gehört das Thema auf den Mist, dafür hat er viele Gründe.

Gar nicht gut zu sprechen sind die Reiter auf den Hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB). Dieser „drängt die angeschlossenen Kommunen zur Erhebung einer Pferdesteuer. Empfohlen wird ein jährlicher Betrag von 750 Euro pro Pferd“, berichtet der Pferdesportverband. Das sieht der Geschäftsführende Direktor des HSGB, Karl-Christian Schelzke, anders. Anlass sei eine Anfrage des nordhessischen Ortes Schauenburg nach einem Satzungsentwurf gewesen, berichtet er. Dieser sei daraufhin erstellt worden.

Auch in Rödermark ist die Pferdesteuer ein Thema:

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Die 750 Euro sei auch keine vorgegebene Zahl und es werde niemand gedrängt, verteidigt Schelzke den HSGB. Aber bevor eine Kommune im sozialen Bereich sparen müsse, sei es sinnvoll, sich nach Einnahmequellen umzusehen. Ob die Einführung der Pferdesteuer sinnvoll sei, müsse jede Kommune für sich entscheiden..

dpa

Quelle: op-online.de

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