170 Pflanzen in der Rettungsbox

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Die weltweit erste Rettungsbox für ungeliebte Pflanzen hat in Deutschland seit dem Frühjahr mehr als 170 Gewächse vor dem Ende in der Mülltonne bewahrt.

Frankfurt ‐ Die weltweit erste Rettungsbox für ungeliebte Pflanzen hat in Deutschland seit dem Frühjahr mehr als 170 Gewächse vor dem Ende in der Mülltonne bewahrt. Zum Saison-Ende des Kunstprojekts „botanoadopt“ zog Mit-Initiatorin Haike Rausch eine klare Erfolgsbilanz.

Es ist ein deutlicher Bedarf an Pflanzenklappen da, wo Besitzer ihre Pflanzen anonym abgeben können“, sagte die Künstlerin. „80 von diesen Findlingen sind übrigens schon adoptiert worden. Das hat unsere Erwartungen an die Aktion natürlich übertroffen.“ Die Vermittlung an neue Besitzer hatte im Februar im westfälischen Künstlerdorf Schöppingen begonnen. Inzwischen steht die Abgabe-Box in Frankfurt.

Rausch und ihr Mitkämpfer Torsten Grosch vermitteln die Gewächse über das Internet an neue Besitzer. Vor allem die auf vielen Fensterbänken beliebten Sukkulenten landeten im Waisenhaus für Pflanzen. Fast 120 von ihnen wurden abgegeben. Für manche Gewächse kam jede Hilfe zu spät. Eine Palme mit Pilzbefall ließ sich nicht mehr retten, und ein Bonsai war bei seiner Ankunft bereits tot, sagte die Künstlerin.

Geldbaum für die Bank

Natürlich sind seltene und hochwertige Pflanzen wie Orchideen, Vanillepflanzen, Duftgeranien und Hibisken begehrter als andere. Aber auch gewöhnlichere Pflanzenarten gehen mit dem richtigen Namen und der Biografie schnell weg“, sagte Rausch. So fand ein Geldbaum mit dem beziehungsreichen Namen „Lehman“ bei einem Frankfurter Geldinstitut ein neues Zuhause, die Wüstengewächse „Immendorff“ und „Kurt Ewert“ zogen in die Schweiz und die Vanille „Hubertus“ steht jetzt in Frankreich.

Da die meisten Pflanzenbesitzer den Schutz der Anonymität suchen, kann Rausch wenig über ihren Durchschnitts-Spender sagen. Derzeit hat die Kiste für Pflanzen Winterpause. „Geöffnet wird die Pflanzenklappe dann erst wieder im Frühjahr. Wir rechnen dann mit einer größeren Anzahl von Weihnachtssternen, die hoffentlich nicht völlig vertrocknet abgegeben werden“, sagte Rausch.

dpa

Quelle: op-online.de

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