Polizeipräsident muss gehen

Kommentar: Pflicht zur Aufklärung

Mit der Entscheidung, sich von seinem Landespolizeipräsidenten Nedela zu trennen, will Boris Rhein wohl als Mann der schnellen Tat gelten. Geschuldet war der konkrete Termin der Verkündung aber der Kabinettssitzung gestern Abend. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Denn das Kabinett musste der Entlassung zustimmen. Normalerweise tagt es montags, doch die Sitzung war aus anderen Gründen verschoben worden. Tatsächlich war es jedoch höchste Eisenbahn. Denn just gestern Vormittag erreichten die Spekulationen um die Turbulenzen in der hessischen Polizeiführung ihren vorläufigen Höhepunkt: Medien spekulierten, Norbert Nedela könne der Drahtzieher für Aktenmanipulationen zu Ungunsten von LKA-Chefin Sabine Thurau sein. Solches wäre schlicht unfassbar.

Manche in der Polizei freilich halten für möglich, dass Thurau bei den Manipulationen ihre Finger im Spiel hat. Deswegen ist es mit dem Rauswurf des wegen seiner autoritären Führung unbeliebten Nedela auch nicht getan.

Rhein muss auf Aufklärung all der Vorwürfe dringen, die die Arbeit in jüngerer Zeit belastet haben. Sonst hätte es ein neuer Kopf schwer, für frischen Wind zu sorgen. Und Misstrauen und Frust würden sich dauerhaft in der Polizei einnisten, auch bei denen, die nicht direkt betroffen sind.

Quelle: op-online.de

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