Bau auf Uni-Campus Bockenheim

Investor bietet Millionen fürs Philosophicum

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Der Zahn der Zeit hat gehörig am Philosophicum auf dem Campus Bockenheim genagt. Nun sollen für den Bau die Angebote von drei Investoren vorliegen.

Frankfurt - Nachdem die Finanzierung eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts für das Philosophicum auf dem alten Universitätscampus im Stadtteil Bockenheim geplatzt ist, steht nun das denkmalgeschützte Gebäude zum Verkauf.

Frank Junker, Geschäftsführer des städtischen Wohnungsbaukonzerns ABG Frankfurt Holding, bestätigte gestern einen Bericht der „FAZ“ (Mittwochausgabe), dass der seit Jahren leerstehende Komplex demnächst verkauft werden soll. Nach Junkers Angaben liegen drei Kaufangebote von erfahrenen Unternehmen vor. Ein Interessent biete 8,5 Millionen Euro. Die Offerte sei belastbar und werde derzeit analysiert. Die positive Bewertung eines der Angebote vorausgesetzt, könne der Verkauf bereits „Ende August, Anfang September“ beurkundet werden, so der ABG-Chef.

Mit der Veräußerung zu diesem von Beobachtern als relativ hoch bewerteten Kaufpreis dürften sich endgültig die Pläne zerschlagen, nach denen die Bockenheimer Initiative „Projektgruppe Philosophicum“ in dem Komplex ein Projekt gemeinschaftlichen Wohnens verwirklichen wollte. Auf 23 Millionen Euro war der Investitionsbedarf hierfür geschätzt worden. Die Frist, um ein belastbares Finanzkonzept vorzulegen, war für die Initiative mehrfach verlängert worden. Die Gruppe, die für den Kauf des Gebäudes über Direktkredite, Fördermittel und ein Bankdarlehen mehr als fünf Millionen Euro einsammeln wollte, hatte zum Stichtag 30. Juni dem Vernehmen nach nur Zusagen über etwas mehr als eine Million Euro - zu wenig für ein vernünftiges Konzept,

Nach Junkers Darstellung, plant keiner der drei interessierten Investoren einen Abriss des von Universitätsbaumeister Ferdinand Kramer entworfenen Gebäudes. Geplant ist der Bau von Wohnungen, die allerdings angesichts des Kaufpreises eher dem Luxussegment zugehörig sein dürften. Die ABG hatte ursprünglich vor, das Gebäude abzureißen und dort möglichst viele Wohnungen zu bauen, die auch bezahlbar sein sollten. Von diesen Plänen zog sich die ABG zurück, als sich die schwarz-grüne Römer-Koalition hinter das Vorhaben der Initiative gestellt hatte.

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Von Römer-Seite reagierte man mit Gelassenheit auf die neuerliche Entwicklung. Ein Sprecher des von Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) geleiteten Planungsdezernats drückte zwar sein Bedauern aus, machte aber deutlich, dass die ABG am Scheitern der Idee gemeinschaftlichen Wohnens keine Schuld trage. Eine neuerliche Fristverlängerung ist nicht vorgesehen. Man werde im ABG-Aufsichtsrat dem Verkauf an einen Privatinvestor zustimmen, wenn das Konzept überzeuge. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will zwar auf dem Kulturcampus einen Anteil von 15 Prozent für genossenschaftliches Wohnen reserviert wissen. Dieses müsse aber nicht unbedingt im Philosophicum umgesetzt werden.

mic/isi

Quelle: op-online.de

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