RMV plant neues „Nachbarschaftsticket“

Billiger über die Stadtgrenze

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Wer die S-Bahn nur für eine kurze Strecke nutzen will, dabei aber eine Stadtgrenze zu überqueren hat, muss bisher teuer bezahlen. Das könnte sich bald ändern: Der RMV denkt über die Einführung eines Nachbarschaftstickets nach.

Frankfurt - Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) reagiert auf das seit vielen Jahren kritisierte Ärgernis, dass relativ kurze Fahrten mit Bus und Bahn schnell sehr teuer werden können, wenn man Stadtgrenzen überschreitet.

Dies wird immer wieder bei der Tarifgestaltung zum Beispiel bei Fahrten von Offenbach nach Frankfurt moniert. Hier werden schnell 4,35 Euro fällig, gleichzeitig decken 2,60 Euro das gesamte Stadtgebiet Frankfurt ab.

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Jetzt soll zumindest bei Kurzfahrten Bewegung in die Szene kommen. RMV-Sprecher Sven Hirschler bestätigte gestern Berichte, wonach der Verbund die Einführung eines „Nachbarschaftstickets“ plant, dessen Kosten sich an der tatsächlich zurückgelegten Strecke orientieren. Profitieren würden hiervon Fahrgäste, die auf kurzen Strecken unterwegs sind, dabei aber Stadtgrenzen überschreiten - dies ist zum Beispiel bei Fahrten von Oberrad nach Offenbach der Fall. Bisher bremste das starre Tarifsystem jede Reform in diesem Bereich aus. Dies wird sich ändern.

„Wir arbeiten daran“, so Hirschler gestern. Am 19. November sei eine Aufsichtsratssitzung zu dem Thema geplant. Hier könnte beschlossen werden, das „Nachbarschaftsticket“ zunächst versuchsweise als elektronische Fahrkarte für Smartphone-Nutzer einzuführen. Dies ist billiger, als die Neuerung gleich in einem breit angelegten Test mit allen RMV-Fahrgästen auszuprobieren.

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Frankfurts Oberbürgermeister und RMV-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Feldmann (SPD) hatte dieser Tage beim Deutschen Mobilitätskongress in Frankfurt die Pläne an die Öffentlichkeit gebracht. Bereits im kommenden Jahr könnte der Smartphone-Versuch beginnen. Allerdings müsste der RMV die Verarbeitung der Daten sicherstellen. Das elektronische Ticket läuft unterdessen gut: Es gibt 100.000 Nutzer bei dieser Art, den Fahrschein zu kaufen. Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr mehr als fünf Millionen Euro.

mic

Quelle: op-online.de

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