„Politik der Symbole“

Opposition kritisiert hessischen Bildungsgipfel

Wiesbaden - Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat einen Ausbau des Ganztagesangebots an Schulen für das Schuljahr 2015/2016 versprochen. Dabei sollen 38 Grundschulen neu in das Programm des Landes aufgenommen werden. 85 Stellen werden zu dem bisherigen Angebot hinzukommen.

Das Thema Ganztagsschule wird auf dem Bildungsgipfel kontrovers diskutiert. Die Expertenrunde war von Schwarz-Grün ins Leben gerufen worden, um einen Konsens über die Schulpolitik der kommenden zehn Jahre herzustellen. Kritiker wie GEW-Landeschef Jochen Nagel und Landesschulsprecherin Fevzije Zeneli werfen der Landesregierung vor, zu wenig Kompromissbereitschaft in den entscheidenden Fragen für Veränderungen des Schulsystems zu zeigen.

„Es reicht nicht, dass sich nur eine Seite bewegt“, sagte Zeneli. In den Arbeitsgruppen werde viel diskutiert. Richtige Ergebnisse seien vor der letzten Sitzung Mitte Juli aber weiter nicht zu sehen. Zeneli und Nagel wollen mit dem Landeselternbeirat und dem Elternbund ihre Standpunkte an diesem Donnerstag erläutern. Die Gruppe plane keinen Ausstieg aus der Expertenrunde.

Es brauche mehr als einzelne Symbolprojekte

Die angekündigte Öffnung des „Pakts für den Nachmittag“ zeige, dass sich die schwarz-grüne Koalition bewege, sagte dagegen der Kultusminister. Das gelte auch für die anderen vier Themenfelder, für die bis zum letzten Bildungsgipfel am 17. Juli Ergebnisse vorliegen sollen. Dabei handelt es sich unter anderem um die Lehrerbildung und die Berufsvorbereitung.

Die Opposition reagierte mit Kritik auf die Ankündigung des Kultusministers. Es brauche mehr als einzelne Symbolprojekte, damit Ganztagsschulen im Bildungssystem ihren Nutzen zeigen, erklärte der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen. Lorz müsse ein klares, mit Stellen und Zahlen hinterlegtes Konzept vorlegen, das die Einführung von Ganztagsschulen für die kommenden Jahre festschreibt.

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Nach Einschätzung der Linken-Abgeordneten Barbara Cárdenas reicht es nicht aus, nur mehr Ganztagsschulen im Grundschulbereich anzukündigen. Auch weiterführende Schulen müssten miteinbezogen werden.

Bei den gebundenen Ganztagesangeboten geht es konkret darum, dass die Schulen nicht nur Angebote zu Bildung und Betreuung am Nachmittag machen, sondern die Zeit nach dem Mittagessen fest für schulischen Unterricht eingeplant wird. Für die Aufnahme in das Landesprogramm können die Schulträger neue Schulen vorschlagen. Die Pläne sollen dem Bildungsgipfel vorgestellt werden, sagte der Minister.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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