Polizei erwartet zur Krisen-Demo Staus und Gewalt

Frankfurt - (re) Wer mit der Krisenpolitik der Bundesregierung zufrieden ist, sollte Frankfurt am morgigen Samstag meiden. Der Stadt und ihren Gästen steht nämlich ein unruhiges Wochenende bevor: Wegen einer Großdemonstration erwartet die Polizei massive Verkehrsbehinderungen und gewaltsame Auseinandersetzungen in der Stadt.

Unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise“ haben mehr als 100 Organisationen zu dem Protest gegen die Finanzkrisen-Politik der Bundesregierung aufgerufen. Die Veranstalter erwarten 20 000 Teilnehmer. Die Polizei hat ein Großaufgebot an Beamten - auch aus anderen Bundesländern - angekündigt.

Wie Polizeipräsident Achim Thiel gestern mitteilte, wollen sich den Erkenntnissen zufolge auch „gewaltbereite Gruppen“ unter die Demonstranten mischen. Man gehe von „einigen Hundert“ aus, so Thiel. Die Beamten würden versuchen, Gewalt erst gar nicht entstehen zu lassen - bei Bedarf aber auch schnell einschreiten und Straftäter festnehmen.

In Sachen Verkehr weist die Polizei darauf hin, dass es ab 11 Uhr zu Verkehrsbehinderungen durch Sperrungen und Umleitungen kommen wird, zunächst im Bereich Senckenberganlage/Bockenheimer Warte, später im Bereich der Bethmannstraße/Braubachstraße sowie Untermainkai/Mainkai. Zudem würden in der gesamten Innenstadt Halteverbote eingerichtet. Zeitweise Vollsperrungen sind für diese Straßen geplant: Poststraße, Mainkai/Untermainkai, Bethmannstraße, Paulsplatz, Braubachstraße, Ludwig-Erhard-Anlage, Senckenberganlage und Kettenhofweg.

Die Polizei rät Frankfurt-Besuchern, den Vormittag zu nutzen. Autofahrer sollten sich an die Halte- und Einfahrverbote halten, sonst würden ihre Wagen abgeschleppt. Aber auch bei Bussen, Straßenbahnen und Bahnen werde es Beeinträchtigungen und Umleitungen geben.

Die Demonstration beginnt gegen 12 Uhr an drei verschiedenen Orten: am Kaisersack, an der Senckenberganlage und an der Bockenheimer Warte. Die Teilnehmer marschieren sternförmig zum Römerberg, wo für 15 Uhr die Abschlusskundgebung unter anderem mit Linken-Parteichef Oskar Lafontaine geplant ist.

Mehr als 100 Gewerkschaften, christliche, Umwelt- und Sozialgruppen sowie die Parteien Grüne und Linke haben zu dem Protest aufgerufen. Es hätten sich weit über 100 Busse angemeldet, zahlreiche weitere Teilnehmer aus Frankfurt und der Region würden erwartet, sagte der Sprecher der kapitalismuskritischen Organisation Attac, Werner Rätz, gestern auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Anlass ist das Treffen der G 20-Finanzminister nächste Woche in London. Parallel zur Frankfurter Demonstration finden am Samstag auch Proteste in Berlin und London statt; in zahlreichen anderen Städten erwarte man ebenfalls Aktionen, sagte Rätz.

Quelle: op-online.de

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