Opfer überwiegend ältere Damen

Seit Mitte April: 50 Raubüberfälle

Frankfurt - Seit Mitte April ist in Frankfurt eine Gruppe von Jugendlichen unterwegs, die vorwiegend älteren Damen Halsketten von Hals reissen. Diese Art von Raubüberfällen stellt eine neues Phänomen dar, das auch in anderen deutschen Städten vermehrt auftritt.

Zu insgesamt 50 Raubüberfällen ist es laut Polizei seit Mitte April im Stadtgebiet Frankfurt gekommen. Den Opfern wurden überwiegend Halsketten, aber auch Armreifen oder Uhren entrissen. Alle Taten ereigneten sich am helllichten Tag, meist zwischen 12 und 17 Uhr. Opfer waren überwiegend ältere Damen, die in einigen Fällen erheblich verletzt wurden.

Bei dem jüngsten Fall gestern um 13.40 Uhr hat ein 16 Jahre alter Jugendlicher, nur fünf Minuten nachdem er aus dem Polizeigewahrsam entlassen wurde, einer 85 Jahre alten Frau an der Bertramswiese die Halskette entrissen. Zuvor war er nach einem versuchten Trickdiebstahl in der Hasengasse vorläufig festgenommen worden. Er wollte einem betrunkenen Mann das Handy stehlen. Diese Tat rechtfertigte jedoch keine Inhaftierung, so dass er um 13.35 Uhr zunächst entlassen wurde. In unmittelbarer Nähe des Präsidiums traf er dann auf die Seniorin, der er ohne Vorwarnung die Kette vom Hals riss und floh. Sie blieb unverletzt.

Kurz vor 15 Uhr wurde der Polizei ein Handy-Raub gemeldet. Die Täterbeschreibung passte auf den Jugendlichen. Etwa eine Stunde später konnte der dann in der Innenstadt erneut festgenommen werden. Das Raubgut hatte er noch bei sich. Der junge Mann soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Polizei hat Kenntnisse darüber, dass eine organisierte Tätergruppe in Frankfurt unterwegs ist, die sich auf derartige Raubüberfälle spezialisiert hat. Die Gruppe besteht aus mehreren Dutzend Personen. Aufgrund umfangreicher Ermittlungen einer für diese Art von Straftaten eingerichteten Arbeitsgruppe konnten bisher insgesamt zehn Tatverdächtige ermittelt und festgenommen werden. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um Jugendliche und Heranwachsende im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, die aus Marokko stammen und sich illegal in Deutschland aufhalten. Gegen alle zehn ist wegen des Verdachts des schweren Raubes durch einen Haftrichter die Untersuchungshaft angeordnet worden.

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Die Polizei versichert, dass es mehr Kontrollen geben soll. Sie weist auch darauf hin, dass sich durch leichte Sommerbekleidung potentielle Opfer für die Täter einfach ausmachen lassen. Die Täter verfolgen ihre Opfer dann teilweise und warten auf eine gute Gelegenheit. Die Polizei warnt zudem, sich nicht auf eine Auseinandersetzung einzulassen, da die Täter äußerst aggressiv sind und körperliche Gewalt anwenden.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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