Polizei rehabilitiert Ex-Cheffahnder

Frankfurt - Der frühere Fahndungschef der Frankfurter Polizei, Jochen Zahn, ist fast fünf Jahre nach seiner spektakulären Suspendierung von allen Vorwürfen entlastet worden.

Ein Disziplinarverfahren sei endgültig eingestellt worden, bestätigte das Polizeipräsidium heute. In dem Papier, das der dpa in Auszügen vorliegt, heißt es, Zahns Verhalten habe „die Schwelle der disziplinarrechtlichen Erheblichkeit“ nicht überschritten. Die umfangreichen Ermittlungen hätten keine Dienstvergehen zutage gebracht.

Am Ende der 26 Seiten starken Verfügung entschuldigte sich der Frankfurter Polizeipräsident Achim Thiel bei Zahn: „Ich bedaure es sehr, dass das Verfahren für Sie und Ihre Familie mit erheblichen Belastungen im dienstlichen und privaten Bereich verbunden war. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.“

„Schwere kriminelle Machenschaften“

Im Juni 2008 hatte Thiel noch persönlich mit einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft verhindert, dass strafrechtliche Ermittlungen gegen Zahn eingestellt werden. Die Staatsanwaltschaft beendete ihre Ermittlungen ein Jahr später.

Als Zahn im März 2006 suspendiert wurde, hatte ihm Thiels damalige Stellvertreterin Sabine Thurau „schwere kriminelle Machenschaften“ vorgeworfen, ihm Hausverbot erteilt und die Dienstwaffe abnehmen lassen. Gegen Thurau, die 2010 zeitweise als Präsidentin des Landeskriminalamts amtiert hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen des Verdachts der Falschaussage vor Gericht und wegen der Verfolgung Unschuldiger.

Nach der Einstellung des Disziplinarverfahrens muss das Land Hessen dem früheren leitenden Kriminalhauptkommissar eine angemessene Position anbieten. Außerdem werden einbehaltene Gehaltszahlungen in Höhe von rund 50.000 Euro zuzüglich Zinsen fällig.

Zudem klagt Zahn vor dem Landgericht Frankfurt auf Schadensersatz wegen Rufschädigung. Dabei hat er gute Aussichten. Der Vorsitzende Richter der zuständigen Zivilkammer, Christopher Hefter, hatte zuletzt gesagt, eine solche Entscheidung liege „nicht ferne“ und dem Land Hessen einen Vergleich nahegelegt. Nach dpa-Informationen gibt es aber keine Einigung. Das Land habe lediglich einen Bruchteil der Forderungen anerkennen wollen, sagte Zahns Rechtsanwalt Harald Nolte. Die Zivilkammer des Landgerichts hat ihr Urteil auf den 7. März (Rosenmontag) terminiert.

Quelle: op-online.de

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