Protest für mehr Wohnraum für Flüchtlinge

Hausräumung mit Schlagstöcken und Pfefferspray

Erst demonstrierten Anhänger der Gruppe "Project Shelter" in der Nähe der Paulskirche, später besetzten etwa 300 Menschen ein Haus in der Bergerstraße.

Frankfurt - Mehrere Hundert Menschen fordern von der Stadt Frankfurt eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen im Winter. Die Polizei beendet eine Protestaktion nach eigenen Worten nun weitestgehend friedlich. Die Aktivisten sehen das anders.

Die Polizei hat ein von Flüchtlings-Unterstützern besetztes Gebäude in Frankfurt geräumt. Bei dem Einsatz gestern Abend seien Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt worden, teilte die Polizei heute mit. Ein Polizist habe Prellungen erlitten. Verletzte unter den Demonstranten und Hausbesetzern seien nicht gemeldet worden. Die Aktivisten sprachen indes von mindestens 20 Verletzten. Die Kundgebung der Gruppe "Project Shelter" hatte gestern Nachmittag  zunächst mit rund 1000 Teilnehmern auf dem Bahnhofsvorplatz begonnen. Am Abend endete der Demozug dann der Polizei zufolge mit noch etwa 400 Menschen vor dem leerstehenden Haus in der Bergerstraße 103 im Stadtteil Bornheim.

Mehrere Menschen hätten sich zu dem Zeitpunkt bereits in dem Gebäude, das der stadteigenen ABG-Holding gehört, aufgehalten. Es seien auch Transparente an der Fassade aufgehängt worden. Die Gruppe fordert eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen im Winter. Laut Polizei wurde angeboten, die Aktion ohne strafrechtliche Konsequenzen zu beenden. Die Hausbesetzer gingen darauf jedoch nicht ein. Die Beamten verschafften sich daraufhin über den mit mehreren Dutzend Aktivisten besetzten Hinterhof Zugang zum Inneren des Hauses. Von den 17 Menschen im Gebäude wurden die Personalien aufgenommen, sie seien daraufhin friedlich gegangen. Sie wurden wegen Hausfriedensbruchs angezeigt. Ein Demonstrant habe versucht, einem Beamten den Schlagstock zu entreißen. Er wurde zudem wegen versuchten Raubes und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt.

Der Leiter von "Project Shelter", Jakob Dettmar, sagte: "Die Polizei ist sehr gewalttätig auf den Innenhof eingedrungen." Mehrere Menschen hätten über tränende Augen geklagt, ein Aktivist habe eine Platzwunde davongetragen. Die Polizei verriegelte schließlich das Gebäude, Beamten bewachten es. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Polizei eine besetzte Villa in Frankfurt geräumt. Damals protestierten 26 linke Aktivisten gegen einen geplanten Kulturcampus in Bockenheim. Im Jahr 2013 wurde zudem ein von linken Studenten besetztes Gebäude im Westend - das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ (IVI) - geräumt. Weitere Infos zu den gestrigen Vorfällen finden Sie bei Twitter unter dem Hashtag #shelternow.

Archivbilder

„Institut für vergleichende Irrelevanz“ in Frankfurt geräumt

dpa

Quelle: op-online.de

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