Polizeibeamte haben Druck auf Psychologen ausgeübt

Frankfurt (ale) - Der hr-„Hessenschau“ liegen Unterlagen vor, die die Unabhängigkeit des Zentralen Polizeipsychologischen Dienstes der hessischen Polizei (ZPD) in Frage stellen.

Nun hat erstmals ein ehemaliger Psychologe des ZPD Vorwürfe gegen Führungskräfte der hessischen Polizei bestätigt. Danach haben leitende Polizeibeamte Druck auf Psychologen ausgeübt, um unliebsame Polizeibeamte dienstunfähig zu schreiben. So hätten Vorgesetzte in den Dienststellen im Vorfeld von Begutachtungen regelmäßig Unterlagen übersandt, die nicht Teil der Personalakte waren und die den betroffenen Polizisten nicht bekannt waren (so genannte „Schwarzakten“).

Durch die oft diskreditierenden Inhalte habe die Behörde die Psychologen beeinflussen wollen. Unter anderem seien dies „Bespitzelungsprotokolle“ gewesen, die anhand von tagelangen und detaillierten Beobachtungen erstellt worden seien.

Inhalte an Dienststellen durchgesickert

Vorgesetzte sollen Polizeibeamte gemobbt und Druck mit psychologischen Untersuchungen ausgeübt haben. In Besprechungen mit der Leitung des ZPD sei massiver Druck auf den Psychologen ausgeübt worden. Man habe den Eindruck von „Gehirnwäsche“ gehabt und es habe eine Atmosphäre von Angst geherrscht.

Da nicht alle Mitarbeiter des ZPD zur Verschwiegenheit verpflichtet gewesen seien, seien Inhalte der Gutachten regelmäßig an die Dienststellen durchgesickert. Wenn Gutachten nicht zur Zufriedenheit der Behörde ausgefallen seien, seien Polizisten zu externen Gutachtern geschickt worden.

Quelle: op-online.de

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