Weniger Verletzte - weniger Strafverfahren

Polizeieinsätze beim Fußball weiterhin kostspielig

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Wiesbaden - Der hessische Innenminister Boris Rhein hat die polizeiliche Einsatzbilanz der Fußballsaison 2012/2013 veröffentlicht. Die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren verringerte sich leicht, obwohl 22 Spiele mehr als in der Vorsaison begleitet wurden.

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„Die gewalttätigen Ausschreitungen von sogenannten Fußballfans und die hierdurch erforderlichen polizeilichen Maßnahmen bewegen sich zwar seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Allerdings zeigen die Rückgänge bei den eingeleiteten Strafverfahren und insbesondere bei den verletzten Personen einen erfreulichen Trend“, so Boris Rhein im Bericht des hessischen Innenministeriums. In insgesamt 164 Spielen in den ersten vier Ligen gab es 368 eingeleitete Strafverfahren und 50 Personen, die in polizeiliches Gewahrsam genommen wurden. Zur Vorsaison bedeutet das einen Rückgang von 63 Prozent. Sorge bereitet Rhein das bei 74 verletzten Personen 41 Polizisten betroffen waren.

Boris Rhein nennt dies eine alarmierende Entwicklung, die er mit Sorge betrachte: „Es kann nicht sein, dass die Beamten - die täglich im wahrsten Sinne des Wortes ihren Kopf für unsere Gesellschaft hinhalten - gezielten Angriffen von Chaoten ausgesetzt sind. Sie schaden damit insbesondere dem Fußball.“

Aufwendige Polizeieinsätze verursachen auch andere hessische Clubs, so die Traditionsvereine SV Darmstadt 98 oder die Offenbacher Kickers in der dritten Liga. „Selbst in der vierten Liga gibt es Brisanzspiele“, sagte Diehl. Beim Regionalligisten Hessen Kassel sei zwar eine neue Videoüberwachung installiert worden. Es fehle im Stadion aber ein Zaun, um die Fans zu trennen. Jeweils 30 Polizisten müssten die Lücke schließen. In Kassel wie beim FSV Frankfurt gibt das Land erstmals Geld für Fanprojekte.

Die Polizei sichere auch verstärkt die Durchreise von Anhängern anderer Fußballteams durch das Transitland Hessen, sagte Rhein. Im November 2012 habe es eine Massenschlägerei von Fans der Vereine Hansa Rostock und Hertha BSC an der Autobahnraststätte Reinhardshain (A5) mit sechs Verletzten gegeben. Einen Monat zuvor waren Eintracht- und Kickers-Anhänger bei Gießen aneinandergeraten.

Bei 17 Spielen der Frankfurter Eintracht wurden 4117 Polizisten eingesetzt. Finanziell bedeutet das 87.742 Euro pro Spiel. Bei den Offenbacher Kickers waren bei 19 Spielen 3604 Polizeikräfte im Einsatz. Dafür mussten immerhin pro Spiel 60.665 Euro aufgewendet werden. Spitzenreiter ist Drittligist Darmstadt 98: 114.542 Euro kosteten 5116 Polizisten bei 19 Spielen.

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Den Angaben nach sicherte die Polizei 2012/13 in Hessen 164 Spiele der oberen vier Ligen, das waren 22 mehr als in der Vorsaison. Trotzdem sank die Zahl der Einsatzstunden leicht auf 115.000. Die durchschnittlichen Einsatzkosten reduzierten sich von 47.000 auf 41.000 Euro.

ron/dpa

Quelle: op-online.de

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