SEK vereitelt Terroranschlag

Bombe gefunden: War Radrennen das Ziel?

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Die Polizei durchsucht nach der Festnahme der zwei mutßmaßlichen Terroristen ein nahegelegenes Waldstück.

Frankfurt/Oberursel - Die Polizei hat laut eines Medienberichts einen geplanten Terroranschlag mit mutmaßlich salafistischem Hintergrund vereitelt. Ziel war laut unseren Informationen das morgige Radrennen „Rund um den Finanzplatz Frankfurt“.

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Das Sondereinsatzkommando der Polizei (SEK) hat in der vergangenen Nacht in Oberursel eine Wohnung durchsucht und damit einen Terroranschlag verhindert. Vermummt und bewaffnet mit Maschinenpistolen stürmte das SEK demnach eine Wohnung auf dem Gelände des ehemaligen US-Stützpunktes Camp King und nahm dort einen 35 Jahre alten Mann und eine 34-jährige Frau fest. Der Mann sei deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, die Frau Türkin - beide schweigen angeblich. Nach Informationen der „Welt“ hatte das Ehepaar Kontakte zur salafistischen Szene in Frankfurt und plante einen Terroranschlag. Es seien eine Rohrbombe, Zündstoff, ein Sturmgewehr und scharfe Munition sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen den Fund einer selbstgebastelten Bombe bestätigt. Außerdem fanden die Ermittler einen konservativen Koran-Text. Der Mann habe vor Jahren Verbindung zu der Sauerland-Gruppe gehabt. Ob es aktuelle Verbindungen zur Salafisten-Szene gebe, sei aber unklar.

Außerdem sollen die Ermittler laut Medienberichten den Bereich Hohe Mark an der Landstraße von Oberursel Richtung Feldberg durchkämmt haben. Laut unseren Informationen ist ein Zusammenhang mit dem am morgigen 1. Mai in dieser Region stattfinden Radrennen „Rund um den Finanzplatz Frankfurt“ nicht unwahrscheinlich. Die Täter sollen sich mehrfach an der Radstrecke aufgehalten haben. Nach Einschätzung der Frankfurter Staatsanwaltschaft gebe es aber keine konkreten Anschlagspläne, wie der stellvertretende Behördenchef Stefan Rojczyk sagte. Morgen seien zahlreiche Veranstaltungen mit viel Publikum in der Region geplant, deshalb hätten die Behörden schnell gehandelt.

Laut „Welt“ haben die Ermittler das verdächtige Ehepaar schon seit einigen Tagen observiert. Sie seien ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten, nachdem sie Ende März in einem Frankfurter Baumarkt eine ungewöhnlich große Menge Wasserstoffperoxid und Spiritus gekauft hatten. „Gratulation nach Hessen, dass es gelungen ist, einen Terroranschlag zu verhindern“, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) in Mainz.

dani/dpa

Quelle: op-online.de

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