Vorsicht, Kontrolle!

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Stopp, Polizei! Die Facebook-Seite Polizeikontrolle Frankfurt hat schon 7 580 Anhänger. Immer mehr User nutzen den Service.

Frankfurt- Polizeikontrolle Miquelallee stadteinwärts Höhe Diplomatenviertel! Mit solchen und ähnlichen Beiträgen warnen sich derzeit die Facebook-User gegenseitig vor dem Arm des Gesetzes im Straßenverkehr. Von Niels Britsch

Im Rundfunk gibt es die Hinweise auf Polizeikontrollen und Radaranlagen schon länger. Auch vor Kontrolleuren im öffentlichen Nahverkehr warnen Radiosender und Facebook-Nutzer. Nun also auch die Hinweise auf Verkehrskontrollen und Blitzer der Polizei via Facebook.

Auf dem Portal des sozialen Netzwerkes gibt es bereits für fast jede deutsche Großstadt eine Gruppe, in der die Nutzer mitteilen können, wann und wo sie kontrolliert wurden bzw. einer Polizeikontrolle begegnet sind.

Wahre Freunde posten Kontrollen und Blitzer

Für Frankfurt, Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden, Stuttgart, München und Köln sind bereits solche Gruppen gegründet worden. Wer diesen beitritt – also den „Gefällt mir“-Knopf drückt – wird über jede Kontrolle und jeden Blitzer informiert, sobald andere Nutzer deren Standorte bekanntgeben.

Der Zulauf ist riesig, die Gruppe „Polizeikontrollen Hamburg“ hat bereits mehr als 15000 Mitglieder, in Stuttgart sind es knapp 11000 – Tendenz rasant steigend.

Wer die Kelle sieht, sollte anhalten!

„Seid ein wahrer Freund und Helfer – postet mobile Blitzer und Großkontrollen in Frankfurt und Umgebung“, heißt es auf der Profilseite von „Polizeikontrollen Frankfurt“. Die Resonanz ist groß – alle paar Minuten wird der Standort einer Kontrolle oder eines Blitzers bekannt gegeben. Außerdem fordern die Initiatoren die User auf, sich an der Entwicklung dieses Services mit Ideen und Verbesserungsvorschlägen zu beteiligen – sogar eine Applikation ist in Überlegung.
Die Polizei sieht das Ganze recht gelassen: „Wir veröffentlichen unsere Geschwindigkeitskontrollen ja selbst“, so der Frankfurter Polizeisprecher Manfred Füllhardt. „Wir leben in einem Kommunikations-Zeitalter, da würde ich das nicht überbewerten.“

Die Macher der Facebook-Seite im Interview!

Und wenn tatsächlich potenzielle Temposünder aufgrund solcher Facebook-Hinweise an entsprechenden Standorten langsamer führen, diene dies dem Ziel der Verkehrssicherheit. Er frage sich allerdings, wo der Mehrwert für die Allgemeinheit liege: „Natürlich kann es sein, dass uns dadurch mal jemand durch die Lappen geht. Aber da müssen sich dann die Nutzer mal fragen, ob sie sich indirekt selber schaden, wenn deswegen jemand ungeschoren davon kommt, der vielleicht eine Gefährdung im Straßenverkehr darstellt.“ Er glaube auch nicht, dass sich Kneipengänger „mit ein paar Bier zuviel“ vor Fahrtantritt via Internet über mögliche Kontrollen informieren.

Polizei sieht keine Probleme

Bei der Polizei in Wiesbaden kennt man den neuen „Service“ noch gar nicht, aber auch hier sehen die Beamten ihre Arbeit dadurch nicht beeinträchtigt. „Das tut unseren Maßnahmen keinen Abbruch“, so Sprecher Markus Hoffmann.

Und wenn sich zeigen sollte, dass die Facebook-Warnungen im Internet die Polizeiarbeit negativ beeinflussten, könne man auch entsprechend reagieren: „Ich kann mir vorstellen, dass wir dann einfach flexibler sind und eine Großkontrolle schnell an einen anderen Ort verlegen, das ist ja höchstens eine Sache von 15 Minuten.“

Bei Redaktionsschluss hatte die Frankfurter Facebook-Seite bereits 7 580 Anhänger. Sie alle warnen sich jetzt im Straßenverkehr gegenseitig. Künftig soll es für sämtliche Großstädte Deutschlands solch eine Seite geben.

Quelle: op-online.de

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