Afrikaner geschlagen und beleidigt?

Polizeioberkommissar wegen Misshandlung vor Gericht

+

Frankfurt - Hat ein Polizeioberkommissar im Jahr 2012 einen Afrikaner geschlagen und beleidigt? Das muss seit heute ein Gericht in Frankfurt klären. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Wegen Misshandlung und Beleidigung eines Afrikaners bei einer Personenkontrolle muss sich seit Donnerstag ein Polizeibeamter vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten. Der 33 Jahre alte Polizeioberkommissar soll im Oktober 2012 das Opfer mehrfach geschlagen und getreten sowie zu ihm "dummer Schwätzer" gesagt haben. Im Krankenhaus wurde Blut im Urin des 43-Jährigen festgestellt; ein Umstand, der nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf einen Schlag gegen die Niere zurückgeführt werden kann.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe energisch. Ausgangspunkt war eine Fahrscheinkontrolle in der U-Bahn, bei der die Verlobte des Opfers offenbar nicht den von den Kontrolleuren erwünschten Schein vorzeigte. Die Polizei wurde hinzugerufen, auch der Afrikaner kam zur U-Bahn-Haltestelle nach Frankfurt-Bornheim. Weil er kein Ausweispapier dabei hatte, fuhren ihn die Beamten gefesselt zu seiner Wohnung, wo er den Ausweis schließlich vorzeigte. Auf dem Weg dorthin soll es zu den Misshandlungen gekommen sein.

Im Prozess stand Aussage gegen Aussage. Während der Beamte sagte, es habe "definitiv keinen körperlichen Kontakt" gegeben, behauptete das Opfer, von dem Polizisten bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und getreten worden zu sein. Der Amtsrichter will voraussichtlich am nächsten Verhandlungstag (6. November) den Prozess beenden. Für den Beamten geht es dabei möglicherweise auch um seinen Arbeitsplatz. Die Mindeststrafe für Körperverletzung im Amt beträgt bereits drei Monate Freiheitsstrafe.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion