Polizist gesteht Weitergabe interner Informationen

Frankfurt - Ein Kriminalhauptkommissar und ehemaliger Stadtverordneter hat vor Gericht gestanden, interne Informationen aus einem Ermittlungsverfahren weitergegeben zu haben.

Der 50 Jahre alte vom Dienst suspendierte Beamte steht seit Mittwoch wegen Verrats von Dienstgeheimnissen vor dem Landgericht Frankfurt. Er soll seit 2007 wiederholt aus dem internen polizeilichen Informationssystem Einzelheiten zu einem Ermittlungsverfahren an den Betroffenen weitergegeben haben.

Es ging in dem Verfahren um Straftaten im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Niedergang eines Reiseunternehmens. Als Gegenleistung spendierte der Kaufmann teuere Reisen in arabische Länder. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe 2009 trat der Kommunalpolitiker von seinen Ämtern zurück.

Die Auskünfte seien „nicht sicherheitsrelevant“ gewesen, sagte er vor Gericht. „Wäre ein Haftbefehl beantragt worden, hätte ich diese Information natürlich nicht weitergegeben.“ So aber habe der Reiseunternehmer, den er 1986 zufällig in einer Diskothek am Flughafen kennengelernt habe, immer nur gefragt, ob „etwas neues“ hinzugekommen sei, was er meist verneinte.

Die Staatsanwaltschaft meint dagegen, der Hauptkommissar habe den Erfolg der polizeilichen Ermittlungen aufs Spiel gesetzt, um in den Genuss der teuren Reisen zu kommen. „Ich war einfach blauäugig und habe mich von dem stets kumpelhaft auftretenden Kaufmann einwickeln lassen“, sagte der Angeklagte. „Sie als langjähriger Polizist hätten doch etwas merken müssen“, antwortete ihm der Staatsanwalt.

Die Spezialkammer für Korruptionskriminalität hat vorerst noch fünf weitere Verhandlungstermine vorgesehen.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Michael-Grabscheit / Pixelio.de

Kommentare