Übergriffe auf Beamte

Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

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Polizisten stehen immer mehr Gewaltbereitschaft gegenüber.

Wiesbaden- Auch statistisch steht nun fest: Polizisten sind immer mehr Ziel von Angriffen. Innenminister Rhein fordert Gesetzesänderung.

Die Gewalt gegen Polizisten hat 2011 auch in Hessen deutlich zugenommen. Im Vorjahresvergleich stieg die Zahl der Fälle um 25,7 Prozent auf 1782 - damit liegt das Land bundesweit im unerfreulichen Trend. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wurden bundesweit mehr als 90 Prozent der Beamten bereits angegriffen oder beleidigt.

In Nürnberg wurde heute das Lagebild "Gewalt gegen Polizeibeamte 2011" vorgestellt. Daraus geht hervor, dass sich in Bayern der Trend zu immer häufigeren und schwereren Übergriffen 2011 fortgesetzt hat. Dort stieg die Zahl der Gewaltakte im Vergleich zu 2010 um zehn Prozent. Ein ähnliches Bild bietet sich auch in anderen Ländern, darunter Hessen.

Angreifer überwiegend alkoholisiert

"Bei 23,8 Prozent der 1782 Angriffe auf Polizisten handelt es sich um zum Teil schwere Körperverletzungen", sagt Mark Kohlbecher, Sprecher des hessischen Innenministeriums. Zudem hätten Alkohol und Drogen einen immer größeren Einfluss auf die Gewalttaten: Standen 2010 noch 66 Prozent der Angreifer unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol, so seien es im vergangenen Jahr schon 77 Prozent gewesen.

In der Debatte um Gewalt gegen Polizisten fordert der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) einen Schutzparagrafen. Das Strafgesetzbuch müsse dafür zusätzliche Konsequenzen vorsehen, fordert der CDU-Politiker. Der derzeitige Paragraf 113 - Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - erfasse nicht "unvermittelte Angriffe aus dem Nichts" gegen Polizisten. Solche Attacken würden zwar immer häufiger, seien aber nur als einfache oder gefährliche Körperverletzung strafbar.

dpa

Quelle: op-online.de

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