Positive Entwicklungen nach Langener Vorbild

Carsten MüllerFoto: lfp

Dietzenbach - Nach wie vor bietet der Kreis Offenbach als Wohnraum „hohe Erwerbs chancen“ - so heißt es im Sozialstrukturatlas 2008. Gleichwohl gilt die Siedlungsstruktur als „hoch verdichtet“, weshalb strukturelle Veränderungen greifen müssen. Mit dem Kreisbeigeordneten und Sozialdezernenten Carsten Müller (SPD) sprach Redakteurin Nina Beck.

Wie lässt sich das starke Ost-West-Gefälle im Kreis Offenbach erklären?

Das liegt zum einen an der geografischen Lage der Städte zwischen Frankfurt und Darmstadt. Die Nähe zu den Metropolen wie etwa in Dietzenbach ist im Ostkreis nicht so stark ausgeprägt. Zum anderen gibt es Unterschiede bei der städtebaulichen Entwicklung, vor allem bei der Dichte der Bebauung. Die in den sechziger und siebziger Jahren konzipierten Wohngebiete gibt es in dieser Form weniger in Seligenstadt, Mainhausen und Rödermark.

Dietzenbach nimmt mit seinen sozialen Problemen eine Sonderstellung im Kreis ein. Müssen die Maßnahmen des Kreises hier noch verstärkt werden?

Die Situation in Dietzenbach ist zweifellos eine besondere. Das wurde auch schon so im Jahr 2000 dokumentiert. Wir haben als Kreis mit dem Umzug des Kreishauses durchaus ein Bekenntnis zu dieser Stadt abgegeben. Das zeigen auch die Maßnahmen, die wir in der Vergangenheit aufgelegt haben und auch weiterhin auflegen. Etwa im Bildungsbereich und bei der Arbeitsintegration. Ein Beispiel ist das gerade fertiggestellte Konzept zur Schulsozialarbeit an den Hauptschulzweigen. Auch bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen wird gemeinsam mit der Stadt Dietzenbach noch mehr passieren.

Welche Konsequenzen sind aus dem Sozialbericht 2008 zu ziehen?

Wir wollen mit dem Sozialbericht zunächst einmal Transparenz herstellen und ihn in den Gremien beraten. Wir werden regionale Konferenzen organisieren, schließlich unterscheiden sich - wie schon gesagt - die Verhältnisse im Osten und im Westen des Kreises. Und wir werden mit den sozialen Trägern wie etwa Caritas, Diakonie und Kinderschutzbund darüber sprechen, wo wir ansetzen können und womöglich umstrukturieren müssen. Unser soziales Netzwerk muss aufgrund dieser Ergebnisse überprüft werden.

Was hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 grundlegend verändert?

Im Prinzip hat es keine großen Überraschungen gegeben. Die Problemlagen waren uns schon bekannt. Festzuhalten bleibt, dass es aber auch positive Entwicklungen gab. In Langen beispielsweise hat das Projekt „Soziale Stadt“ gegriffen. Im Norden sind einige Wohnblocks geräumt und zum Teil abgerissen und umstrukturiert worden. Das heißt, dass man auf kommunaler Ebene durchaus positive Entwicklungen in Gang setzen kann, wenn die Probleme bekannt sind und die rechtlichen Möglichkeiten dazu bestehen. Leider gibt es keine pauschalen Lösungen, die für alle Gebiete des Kreises gelten.

Quelle: op-online.de

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