Innenminister plant Sicherheitsforum

Prävention: Moscheen im Kampf gegen Salafisten

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Wiesbaden - So lange die Kämpfe in Syrien und im Irak unvermindert anhalten, geht Innenminister Beuth von einer steigenden Zahl von Salafisten in Hessen aus. Intensiv wird deshalb an der Präventionsarbeit gefeilt.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) will im Kampf gegen Salafisten die Moschee-Gemeinden und Islamverbände stärker einbinden. "Wir erkennen, dass wir diese Gruppen für Sicherheitsfragen sensibilisieren müssen", sagte Beuth der Nachrichtenagentur dpa in Wiesbaden. "Zu Beginn des nächsten Jahres werde ich deshalb ein Sicherheitsforum Salafismus ins Leben rufen." Den Vorstoß will der CDU-Politiker auch auf der am Donnerstag (11. Dezember) in Köln beginnenden Innenministerkonferenz thematisieren. Das Forum solle keine große Runde werden, betonte der Minister. Neben Vertretern der Sicherheitsbehörden und des Verfassungsschutzes sollen das Kompetenzzentrum gegen Salafismus sowie Teilnehmer von relevanten Moschee-Gemeinden und Islamverbände in wechselnder Besetzung bei den Treffen vertreten sein.

Das etwa zehnköpfige Gremium werde im Rhythmus von vier bis sechs Wochen zusammenkommen und nicht öffentlich tagen. "Wir wollen offen miteinander sprechen", begründete Beuth die Entscheidung. "Wir haben beim Salafismus das Problem, dass diese Ausprägung eine komplette Religion diskreditiert", sagte der Minister. "Das erkennen auch die Verbände. Deshalb glaube ich, dass wir mit unserem Vorschlag auf offene Ohren stoßen werden." Ziel sei ein gemeinsames Vorgehen, wenn es in einer Moschee-Gemeinde etwa Probleme mit einem radikalisierten Mitglied gibt. Oftmals seien die Gemeinden unsicher, wie sie damit umgehen, ob sie sich abschotten oder öffnen sollen. "Wir wollen die Gemeinden stärken, sich an der Verfolgung des Problems zu beteiligen."

Die Zahl der Salafisten in Hessen wird nach Einschätzung von Beuth weiter steigen: "Das ist leider ein sehr dynamisch wachsendes Problem." Er könne nicht sagen, in welcher Geschwindigkeit das passieren werde. "Das hängt sicherlich auch von der Lage in Syrien und dem Irak ab", sagte der Minister. "Von diesen Konflikten geht offenbar eine große Anziehungskraft für Radikalisierte aus." In Hessen gibt es derzeit rund 1500 Salafisten. Mit seiner Präventionsarbeit nimmt das Land nach Einschätzung des Innenministers bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

dpa

Quelle: op-online.de

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