Preisträgerinnen sehen sich als „Jägerinnen“

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Carol Greider (rechts) und Elizabeth Blackburn.

Frankfurt - (dpa) Die Trägerinnen des „Paul Ehrlich und Ludwig Darmstaedter-Preises“ 2009 haben sich für eine größere Akzeptanz der Grundlagenforschung ausgesprochen. „Grundlagenforschung ist sehr wichtig, um zu verstehen wie Menschen funktionieren“, sagte die US-Biologin Elizabeth H. Blackburn am Freitag in Frankfurt.

Sie soll an diesem Samstag mit ihrer Kollegin, der amerikanischen Biologin Carol Greider, in der Frankfurter Paulskirche die mit 100 000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten. Die Auszeichnung gilt als eine der wichtigsten wissenschaftlichen Preise Deutschlands und wird seit 1952 vergeben.

Nach Angaben der Jury haben die beiden Frauen mit ihren Forschungen wichtige Erkenntnisse zur Zellteilung erlangt. Daraus konnten Rückschlüsse darauf gezogen werden, wie Körperzellen altern und Krebs entsteht. „Wir haben das nie getan, um ein medizinisches Problem zu lösen“, sagte Blackburn. Sie seien vielmehr „Jägerinnen“ gewesen, die verstehen wollten, wie Organismen arbeiten. „Wenn man verstehen will, wie Krankheiten funktionieren, muss man zuerst wissen, wie Zellen funktionieren“, sagte die Forscherin.

Die beiden Wissenschaftlerinnen haben sich mit Teilen der Erbsubstanz DNA, den Telomeren, beschäftigt. Diese schützen die Erbgutträger (Chromosomen) bei der Zellteilung. Doch bei jeder Teilung der Zelle werden die Telomere um ein winziges Stück gekürzt. Wird dabei eine gewisse Mindestlänge unterschritten, teilt sich die Zelle nicht mehr oder stirbt ab. Ein von Blackburn und Greider 1984 entdecktes Enzym, die Telomerase, kann das verhindern und ist somit eine Art „Jungbrunnen der Zelle“.

Menschen mit zu wenig Telomerase in den Zellen können typische Alterskrankheiten und langfristig Probleme mit ihren Stammzellen bekommen, da sich wichtige Zellen nicht mehr teilen. Das Enzym hilft aber auch Krebszellen, sich ungehemmt zu vermehren. Telomerase-Blocker als Krebstherapie würden momentan in klinischen Tests untersucht, sagte Blackburn. Wann eine solche Therapie aber zugelassen werde, sei noch unklar. Viele Fragen seien in ihren Forschungen noch offen, so Blackburn. Unter anderem hätten sie inzwischen Anzeichen dafür, dass sich negativer psychischer Stress über eine lange Zeit auf die Qualität der Telomerase auswirke.

Die Preisverleihung findet in der Frankfurter Paulskirche statt.

Quelle: op-online.de

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