Privatfirma soll sanieren

Frankfurt ‐ Angesichts eines Investitionsbedarfs von rund 100 Millionen Euro innerhalb der kommenden fünf Jahre wird die Stadt Frankfurt die Sanierung von Brücken, Tunneln, Unterführungen und Stützmauern in Zusammenarbeit mit einem privaten Generalunternehmer durchführen. Von Michael Eschenauer

Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Grüne) und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) stellten jetzt das 500-Millionen-Konzept einer öffentlich-privaten Partnerschaft vor, mit der insgesamt 130 Brücken, 40 Tunnel und andere Ingenieurbauwerke saniert werden sollen. Auch zwei Autobahnen sind betroffen. Die A5 und die A661 sowie die Stadtautobahn Rosa-Luxemburg-Straße sollen besseren Schallschutz erhalten. Anders, so die beiden Stadträte der schwarz-grünen Römer-Koalition, seien die erheblichen Aufwendungen für die Kommune nicht zu tragen.

Die Bauwerke werden saniert und danach auch von dem Generalunternehmer gewartet. Sie bleiben aber im Eigentum der Stadt Frankfurt. Starttermin für das über 30 Jahre laufende Vorhaben ist das Jahr 2012, die eigentliche Sanierung wird nach den Plänen fünf Jahre dauern. Vorher müssen die Stadtverordneten die Pläne beschließen. Mainbrücken und denkmalgeschützte Bauwerke bleiben außen vor, die will die Stadt alleine wieder herrichten. Auch die geplante Mainbrücke-Ost zwischen Offenbach und Sachsenhausen wird Frankfurt selbst errichten.

Das größte Instandshaltung-und Sanierungprogramm der letzten Jahre

Einen Preisvorteil von acht Prozent hat Kämmerer Becker errechnet, wenn dieses „größte Instandhaltungs- und Sanierungsprogramm der letzten Jahre“ von einer Privatfirma anstelle der Stadt abgearbeitet wird. Nach Angaben von Sikorski sind die städtischen Ämter gar nicht in der Lage, personell ein derartiges Programm zu betreuen. Becker bezeichnete die Erfahrungen, die die Stadt mit dem von privaten Firmen durchgeführten Umbau von vier Schulen gemacht hat, als positiv.

Nach den Plänen der Stadt belaufen sich innerhalb dieser öffentlich-privaten Zusammenarbeit die Aufwendungen für Unterhaltung und Baumanagement über die Vertragsfrist auf 153 Millionen Euro. Planungs-, Kontroll- und Managementkosten liegen bei 212 Millionen Euro.

Nach der Ausschreibung wird der Generalunternehmer als erstes 95 Millionen Euro in die Sanierungsarbeiten stecken. Die Stadt zahlt ihre Beiträge in Raten. Diese liegen in den ersten beiden Jahren bei sechs Millionen Euro, das dritte bis fünfte Jahr schlägt mit je elf Millionen Euro zu Buche. Ab dem sechsten bis zum 30. Jahr liegt die Jahresrate bei 16 Millionen Euro. Dafür braucht man sich im Römer um nichts mehr zu kümmern, was die betreuten Bauwerke angeht. Nach Angaben der Frankfurter Kämmerei sind rund 30 Konzerne an dem Auftrag interessiert. Mit zehn werde man verhandeln. Der hessische Innenminister muss das Vorhaben genehmigen. Die Stadtregierung rechnet nicht mit Problemen.

Quelle: op-online.de

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