Neunzehn Runden bis zum K.o.

The Prodigy und Public Enemy erobern die Festhalle

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Rapper Flavor Flav

Frankfurt - Noch bevor The Prodigy die Frankfurter Festhalle entern, heizen die seit den späten 1980er Jahren äußerst einflussreichen HipHopper von Public Enemy das Publikum mit Songs wie „Fight The Power“ an. Von Ronny Paul

Mit einem abschließenden Statement für Weltfrieden und gegen Rassismus verlassen Rapper Flavor Flav und die Seinen nach 45 Minuten die Bühne, die danach in dunkle Blautöne getaucht wird. Dann sind The Prodigy an der Reihe, und schon bei den ersten Synthesizer-Klängen von „Breathe“ gibt es kein Halten mehr. Selbst wer sich nicht bewegt, wird von den kräftig wummernden Bässen mitgerissen. Wild zuckende Lichteffekte untermalen die Sound-Lawine, die die englischen Breakbeat-Pioniere über die Festhalle hinwegrollen lassen.

Stets im Mittelpunkt: die beiden, scheinbar nur äußerlich in die Jahre gekommenen Frontmänner, „Firestarter“ Keith Flint und Rapper Maxim Reality. Beide wandeln wie Boxer, leicht geduckt und von einem Fuß auf den anderen tappend, über die Bühne, bereit, die Zuschauer mit Songs vom aktuellen Album „The Day Is My Enemy“ sowie gesammelten Hits aus mehr als 20 Jahren Bandgeschichte niederzukämpfen. Dabei schnauben, grunzen oder brüllen sie in die Mikrofone, feuern die vorderen Reihen an: „Where Are My Warriors?“ Der Kampf mit dem Publikum erstreckt sich über 16 Runden und drei Zugaben, an dessen Ende sinnbildlich der Titel „Take Me To The Hospital“ steht.

Bilder: Konzert von Public Enemy und The Prodigy

Ob das nun für The Prodigy und/oder die Zuschauer gilt? Verausgabt haben sich beide Seiten: Klitschnasse T-Shirts in den vorderen Reihen zeugen vom großen eineinhalbstündigen Kampf, umrahmt etwa von „Smack My Bitch Up“ und „Vodoo People“. Unüblich für elektronische Konzerte, aber gang und gäbe bei The Prodigy: Das Publikum tanzt Pogo, bildet Moshpits. Eigentlich typisch bei Punk- oder Rockbands. Doch die anarchische Attitüde von Keith Flint, dynamische Songstrukturen, die eher an Rock als an Rave erinnern, sowie verzerrte Gitarre und Live-Schlagzeug sprengen Genregrenzen und begeistern sowohl Raver, HipHopper als auch Rocker gleichermaßen. Und so gibt sich Flint am Ende dem unermüdlich feiernden Publikum geschlagen: „This Fight Is Yours!“

Quelle: op-online.de

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