Mit Sandsäcken für die Finanztransaktionssteuer

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Mit dem Wall aus Sandsäcken wollten die Aktivisten ihrer Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer Nachdruck verleihen.

Frankfurt - Protestaktion in Frankfurt: Aktivisten haben vor der Börse einen Wall aus Sandsäcken errichtet. Damit wollten sie ihrer Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer Nachdruck verleihen.

Mit tausenden Sandsäcken symbolisch die Gier nach „Kies" eindämmen: Das haben Vertreter globalisierungskritischer Organisationen heute in Frankfurt vor der Börse versucht. Sie errichteten einen Wall aus Sandsäcken vor dem Eingang - um die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer und Erschwernissen für Spekulanten zu unterstreichen. „Der Wall steht für die Wirkung der Finanztransaktionssteuer, die dringend kommen muss", sagte Attac-Sprecher Detlev von Larcher. Das sandige Hindernis war jedoch nicht von Dauer. Es wurde noch heute wieder abgebaut.

Um 7 Uhr morgens hatten die Organisatoren mit dem Bau des Walls begonnen, der sich von den „Bulle & Bär"-Figuren bis vor die Eingangsstufen der Börse schlängelte. Als Banker verkleidete Aktivisten hatten während des Baus symbolisch mit Geld gespielt. „Als der Wall dann fertig war, mussten sie aufhören zu spekulieren", sagte von Larcher. Nach seinen Angaben beteiligten sich rund 200 Menschen an der Aktion, die Polizei sprach von etwa 100 Teilnehmern.

Die Organisatoren - darunter Attac Deutschland, Oxfam Deutschland und Campact - appellierten an die Bundesregierung, sich in Europa „mit all ihrem Gewicht für die Einführung" der Steuer einzusetzen. Die Einnahmen sollten zur Bekämpfung von Armut und zum Schutz des Klimas verwendet werden. Die Organisationen setzen darauf, dass das Thema auch beim G20-Gipfel am Montag und Dienstag im mexikanischen Los Cabos eine Rolle spielt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) könne ihre Popularität enorm steigern, wenn sie auf dem Gipfel ankündigen würde, dass ein Teil der Einnahmen aus der angestrebten Steuer auch für Entwicklung sowie den Kampf gegen Armut und Klimawandel eingesetzt werde, sagte ein Oxfam-Sprecher in Los Cabos.

Nach der grundsätzlichen Einigung zwischen Regierung und Opposition auf eine Finanztransaktionsteuer lässt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) laut "Spiegel" seine Fachleute bereits konkrete Pläne für die Abgabe ausarbeiten. Danach soll die neue Steuer nur für Verkäufe von Aktien und solche Derivate darauf gelten, bei denen die Aktien tatsächlich auch physisch den Besitzer wechseln.

In Frankfurt stärkten sich viele Teilnehmer der Sandsack-Aktion nach der Schufterei an einem Stand mit Brot, Salat und Suppe. Mit der Aktion vor der Börse werde ein weiteres Zeichen gegen die Macht der Banken gesetzt, sagte von Larcher. Am langen Himmelfahrtswochenende hatten tausende Kapitalismuskritiker im Rahmen der „Blockupy"-Proteste in Frankfurt gegen die ausufernde Spekulation und die Sparpolitik in Europa demonstriert.

dpa

Quelle: op-online.de

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