Hessisches Feiertagsgesetz

Wieder Proteste gegen Tanzverbot

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2011 protestierten junge Leute mit einem Flashmob gegen das Tanzverbot an Karfreitag.

Frankfurt - Alle Jahre wieder: Auch 2013 wird wieder kurz vor Ostern über das Tanzverbot an Karfreitag diskutiert. Nachdem 2012 einige Protestaktionen verboten wurden, wollen die Gegner des Tanzverbots nun anders demonstrieren.

Mit Hüftschwung soll wieder gegen das Tanzverbot am Karfreitag protestiert werden. Die ein oder andere Idee dazu fällt diesmal anders als 2012 aus - die Initiatoren haben ihre Lehren aus gescheiterten Klagen gezogen. Die Gießener Piratenpartei etwa wirbt für die Aktion "Tanzen gegen das Tanzverbot", die "einsam statt gemeinsam" über die Bühne gehen soll.

Hessisches Feiertagsgesetz

Die Piraten in Gießen empfehlen Interessierten auf ihrer Internetseite nun, am Karfreitag im eigenen Garten, auf der Straße oder vor dem Regierungspräsidium zu protestieren. "Dabei rufen wir explizit NICHT dazu auf, dies gemeinsam mit anderen zu tun, sondern nur einzeln". Oechler lehnt das Gesetz ab, weil es die Handlungsfreiheit von Anders- oder Nichtgläubigen unzulässig einschränke, wie er sagt.

Der Karfreitag gilt als stiller Feiertag und ist besonders geschützt. Das hessische Feiertagsgesetz verbietet an diesem Tag öffentliche Tanzveranstaltung von 00.00 Uhr an oder auch Veranstaltungen unter freiem Himmel, wenn sie nicht den diesem Feiertag entsprechenden ernsten Charakter tragen.

Rezepte, Ausgehtipps und Ostern in der Region

Änderungen sind dem Innenministerium zufolge kein Thema: "Es bleibt alles beim Alten", sagt ein Sprecher. Im Norden der Republik gibt es mittlerweile Lockerungen: Die Bremer Bürgerschaft beschloss vor kurzem eine Gesetzesänderung, wonach künftig am Karfreitag ab 21 Uhr zum Beispiel Diskotheken öffnen dürfen.

Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, erklärt zum Karfreitag: "Kein anderer arbeitsfreier Tag ist verblieben, der Leiden, Sterben und Tod thematisiert." Wer ihn inhaltlich entkernen wolle, der werde ihn letztlich abschaffen. "Die Alternative ist nicht unbedingt Party-Freitag. Die Alternative könnte auch "normaler Arbeitstag" heißen."

Flashmob gegen Tanzverbot

Flashmob als stiller Protest gegen Tanzverbot

Der Landesvorsitzende der Grünen Jugend Hessen, Benjamin Weiß, hält das Feiertagsgesetz für nicht mehr zeitgemäß. "Die junge Generation kann am Karfreitag innehalten, aber abends tanzen gehen. Da sehe ich keinen Widerspruch."

Die jungen Grünen planen daher am Ostersonntag auf dem Frankfurter Römer Tanzeinlagen gegen das Gesetz. Der Karfreitag sei diesmal nicht gewählt worden, "um die Spannungen in der Diskussion um das Feiertagsgesetz herauszunehmen", erklärt Weiß. Für eine Reform sei der Dialog mit den Kirchen nötig. Bei der Aktion wollen sogar Vertreter der evangelischen Kirche mitmachen.

Das sei aber nicht als Protest gegen das Tanzverbot gemeint, betont die Pröpstin für Rhein-Main, Gabriele Scherle. Ihr sei die Einhaltung der Regelungen am Karfreitag sehr wichtig. "Es ist ein Zeichen der Dialogbereitschaft", sagt sie.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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