CDU nominiert Quilling

99 Prozent sagen: Mach es nochmal

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Oliver Quilling

Mühlheim - Die Kreis-CDU bleibt ungeschlagen, was die Choreografie von Parteitagen angeht. 82 Minuten brauchten die Christdemokraten gestern abend, um Landrat Oliver Quilling zum neuen Kandidaten bei der Landratswahl am 27. September zu nominieren. Von Michael Eschenauer

Dessen Ergebnis ist auch sensationell: 99,2 Prozent Zustimmung. „Die Politik des Kreises sollte vor allem von Realitätssinn, Verlässlichkeit, Transparenz und Solidarität geprägt sein“, sagte der 50-jährige Landrat in der Willy-Brandt-Halle. Bürgernähe sei für ihn „keine Floskel, sondern Teil meines politischen Selbstverständnisses“. Es gehe ihm um eine Politik, „die für wirtschaftlichen Erfolg, Augenmaß, soziale Gerechtigkeit und Bildungschancen steht“. Quilling bezeichnete vor den 252 Delegierten, aus deren Reihen keine Wortmeldungen erfolgten, die Schul- und Bildungspolitik als eines seiner zentralen Politikfelder. Auch die Mehrheit im Kreistag habe über Koalitionsgrenzen hinweg in den letzten Jahren hier einen „klaren Schwerpunkt“ gesetzt - auch mit den Stimmen der Grünen, sagte Quilling in Anspielung auf Oppositionskritik wegen hoher Ausgaben für die Schulsanierung im Rahmen des PPP-Projekts.

Es sei richtig, so der Landrat und Landratskandidat, dass man in den zurückliegenen zehn Jahren 470 Millionen Euro in die Schulen investiert habe. Es sei aber darum gegangen, „ein Lernumfeld zu schaffen, das den Anforderungen an die Bildung für die Zukunft gerecht wird, und zwar im gesamten Kreisgebiet und für alle Schülerinnen und Schüler“. Trotz aller öffentlicher Diskussionen um die Kostenentwicklung könne man auf den gewonnenen Vorsprung, um den man allerorten beneidet werde, stolz sein, so Quilling.

Es folgte eine recht unpolitische Leistungsbilanz der Kreispolitik. Ohne den Koalitionspartner SPD auch nur einer Erwähnung zu würdigen, reihte der Landrat sein Bekenntnis zur Verbesserung der Inklusion lernbehinderter Kinder an den Plan, die Nachmittagsbetreuung der Grundschüler mit Hilfe einer gemeinnützigen GmbH zu koordinieren. Die Wirtschaftskraft sei exzellent, die Arbeitslosenquote niedrig, ebenso die Kriminalitätsrate, „eiserne Haushaltsdisziplin“ auch künftig unerlässlich. Politik, so umriss Quilling sein wirtschaftspolitisches Credo, schaffe Rahmenbedingungen, aber erst die Unternehmen schafften Arbeitsplätze. Der CDU-Kreisvorsitzende Frank Lortz hatte den Kandidaten zuvor als zuverlässigen, sensiblen Menschen vorgestellt, der „zuhört, aufklärt und hilft“. Quilling sei „Anwalt der Vereine“ und vertrete die Interessen des Kreises mit Nachdruck. Allenfalls seine Bieranstiche seien verbesserungsbedürftig. Sie endeten oft in „bemerkenswerten Bierduschen“. Das sensationelle Abstimmungsergebnis Quillings ebne den Weg für einen erfolgreichen Landratswahlkampf, resümierte Lortz.

Quelle: op-online.de

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