Mordprozess in Marburg

Täter verletzt Ex-Freundin tödlich

Marburg - Mehrfach soll der Angeklagte die 18-Jährige mit dem Tod bedroht haben - und im Februar dann zur Tat geschritten sein. Zu Beginn seines Prozesses gibt der Mann Einblicke in seine Motivlage.

Wegen Mordes an seiner Ex-Freundin steht ein 25-Jähriger vor dem Landgericht Marburg. Er soll die 18-Jährige im vergangenen Februar im mittelhessischen Bad Endbach so schwer verletzt haben, dass sie zehn Wochen später im Krankenhaus starb. Der Angeklagte räumte die Tat zu Beginn der Verhandlung am Dienstag ein. Aus Sicht der Anklage wollte der 25-Jährige seine frühere Freundin töten, damit sie kein anderer Mann bekommt. Demnach hatte der alkoholabhängige Angeklagte mehrmals gegenüber Zeugen angekündigt, die 18-Jährige umzubringen, falls sie sich einem anderen zuwende. Auch am Morgen vor der Tat soll er ihr am Telefon gedroht haben.

Nach eigenen Aussagen trank der Angeklagte und nahm Psychopharmaka, bevor er ein 30 Zentimeter langes Messer aus seiner Küche griff und zu seiner Ex-Freundin fuhr. Ihre Mutter versuchte vergeblich, den Angeklagten aufzuhalten, während die 18-Jährige ins Badezimmer flüchtete. Der Mann soll dann die Tür eingetreten und das Mädchen mit 20 Messerstichen verletzt haben. Vor Gericht sagte der 25-Jährige, er habe sich vor den Augen des Mädchens töten wollen, weil sie an seiner schlechten Verfassung schuld sei. An Drohungen erinnere er sich nicht. Schuld an der Tat seien die Ex-Freundin und ihrer Familie: "Die haben mich fertig gemacht." Die Eltern und der Bruder des Opfers nehmen als Nebenkläger am Prozess teil. Bisher sind vier Verhandlungstage geplant.

Bilder zum Tugce-Prozess in Darmstadt

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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