Arzt beschneidet falschen Jungen

Frankfurt - Ein Arzt aus Frankfurt muss eine Geldbuße zahlen, weil er irrtümlich einen Jungen beschnitten hat. Eigentlich sollte bei dem Bub nur eine Warze entfernt werden.

Weil er mehrere Jungen verwechselte und das falsche Kind beschnitt, ist ein Chirurg vom Amtsgericht Frankfurt zu 2000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der 62-Jährige muss die 230 Tagessätze aber nicht bezahlen, wenn er insgesamt 5000 Euro an das Opfer und den Kinderschutzbund überweist, entschied das Gericht. Es erließ einen entsprechenden Strafbefehl, nachdem der Angeklagte nicht erschienen war. Der Vorfall hatte sich im Januar 2010 in einem Frankfurter Ärztehaus ereignet, in dem der Mediziner regelmäßig behandelte und operierte.

Nacheinander wurden ihm sechs Kinder gebracht, von denen fünf beschnitten werden sollten. Einem von ihnen sollte lediglich eine Warze entfernt werden. Der Mediziner verlor aber offenbar den Überblick, und beschnitt auch den Fünfjährigen, obwohl dafür keine Einwilligung der Mutter vorlag. Das Gericht wertete das als fahrlässige Körperverletzung. Grund für die vergleichsweise milde Strafe war der Umstand, dass das Kind bereits vom Pflegepersonal an der falschen Stelle entblößt und für den Eingriff vorbereitet worden war.

dpa

Quelle: op-online.de

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