Kaltblütiger Mord für 3000 Euro

Burghaun/Düsseldorf - Ein 23-jähriger Hesse hat vor dem Düsseldorfer Landgericht einen Auftragsmord gestanden. Der Mann hatte für einen Bordellbesitzer im nordhessischen Burghaun gearbeitet. 

Ein mutmaßlicher Auftragskiller aus Hessen hat gestanden, in Düsseldorf einen Doppelmord begangen zu haben. Er habe in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt einen Pensionär und dessen Tochter im Auftrag eines Bordellbesitzers erschossen, ließ der 23 Jahre alte Angeklagte im Prozess am Düsseldorfer Landgericht durch seine Anwältinnen erklären. Der 56 Jahre alte Bordellchef aus Burghaun (Kreis Fulda) habe ihm keinen Grund für den Auftrag genannt und ihm damit gedroht, seiner Familie etwas anzutun, wenn er ihn nicht ausführe. Das Verfahren gegen den Bordellchef als mutmaßlichem Drahtzieher des Doppelmordes war abgetrennt worden. Der 56-Jährige ist wegen Komplikationen nach einer Herzoperation derzeit nicht verhandlungsfähig. Bei den Opfern handelte es sich um seinen Stiefvater und seine Stiefschwester. Er soll den Doppelmord in Auftrag gegeben haben, um seine drohende Enterbung zu verhindern - es ging um eine knappe Million Euro.

Der 23-Jährige war zeitweise Sonderschüler und hatte die Hauptschule nach der neunten Klasse verlassen. Seine Kochlehre habe er abbrechen müssen, weil er den Anforderungen der Berufsschule nicht gewachsen gewesen sei. Als er begonnen habe, für den Bordellbesitzer zu arbeiten, hätten ihn seine Eltern noch vergeblich vor dem Mann gewarnt. Am Tattag habe er die Pistole in einem Paket versteckt und sich als Paketbote Zugang zum Haus der Opfer verschafft. In der Wohnung habe er dann die Mutter seines Auftraggebers ins Bad geschubst und den 82 Jahre alten Stiefvater und seine Halbschwester gezwungen, sich gegenseitig Mund und Augen mit Klebeband zuzukleben. Anschließend habe er dem Pensionär befohlen, sich im Schlafzimmer auf das Bett zu legen. Die 39-jährige Tochter habe sich daneben knien müssen. Schließlich habe er beide von hinten mit Kopfschüssen umgebracht. Der 23-Jährige soll die Tat für 3000 Euro begangen haben.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Michael Grabscheit/pixelio.de

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