Prozessbeginn: Au-Pair-Mädchen mit Messer angegriffen

Frankfurt - Weil er ein junges Au-Pair-Mädchen schwer verletzt hat, steht ein 59-Jähriger nun vor Gericht - und das nicht zum ersten Mal.

Wegen eines lebensgefährlichen Messerangriffs auf ein 19 Jahre altes Au-Pair-Mädchen in Frankfurt muss sich ein Serienstraftäter und Alkoholiker seit Mittwoch vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Dem 59-Jährigen wird versuchter Mord und schwerer Raub zur Last gelegt.

Er soll die junge Polin etwa 40 Minuten in seiner Gewalt gehabt und mit fünf Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Außerdem stahl er ihr 200 Euro, bevor er flüchtete. Der betrunkene Gewaltverbrecher hatte am 17. September 2009 an der Haustür der gut situierten Familie im Stadtteil Bockenheim geklingelt und sich mit einem Messer Eintritt in das noble Haus verschafft. Die 19-Jährige war allein zu Hause. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte mit vorgehaltenem Messer Geld von dem Mädchen verlangt hatte.

Neunjähriger findet Schwerverletzte

Der Täter und sein Opfer sollen dann in den Keller des Hauses gegangen sein, wo die Geldbörse des Mädchens lag. Mit den 200 Euro daraus habe sich der Räuber aber nicht zufriedengegeben. Er forderte mehr und stach auf das Mädchen ein, das um sein Leben flehte. „Auch wenn du erst 19 bist, muss ich dich töten“, soll er dabei gesagt haben. Dass sie die lebensgefährlichen Messerstiche überlebte, verdankte die junge Polin dem neunjährigen Sohn der Hausbesitzer, der rechtzeitig nach Hause kam, die Schwerverletzte fand und einen Rettungswagen rief. Die junge Frau überlebte dank einer Notoperation.

Der genaue Tathergang blieb am ersten von sieben Verhandlungstagen aber weitgehend im Dunkeln. Der vorbestrafte Angeklagte, ein Heizungsmonteur aus dem niedersächsischen Emsland, äußerte sich lediglich zu seinem Lebenslauf. Schon sein Vater habe heftig getrunken. Seine Stiefmutter habe ihn in sein Kinderzimmer gesperrt und noch nicht einmal zur Toilette gehen lassen.

20 Jahre im Gefängnis verbracht

Bei seinen Straftaten sei er stets stark betrunken gewesen. Rund 20 Jahre habe er nach mehreren Verurteilungen im Gefängnis gesessen. Deshalb kommt laut Anklage diesmal auch eine dauerhafte Sicherungsverwahrung infrage. Am kommenden Freitag (20. August) will der Angeklagte über seinen Verteidiger eine Erklärung zur Tat abgeben. Am 3. September soll das Au-Pair-Mädchen vernommen werden.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Michael-Grabscheit / Pixelio

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