Prozess-Beginn um Drogenhandel im Knast geplatzt

Darmstadt - In einem Darmstädter Prozess um schwunghaften Drogenhandel im Gefängnis ist der erste Verhandlungstag überraschend geplatzt. Statt der vorgeschriebenen Hauptschöffen seien die Hilfsschöffen geladen worden, teilte die Vorsitzende Richterin Cornelia Hartmann-Grimm am Dienstag vor dem Landgericht mit.

Das Verfahren soll nun zum ursprünglich zweiten Termin am 21. September beginnen. Vorgesehen sind bis November insgesamt neun Verhandlungstage. Auf der Anklagebank sitzen sieben Männer. Sie sollen zwischen März 2009 und September 2010 in rund 60 Fällen über 900 Tabletten sowie 50 Gramm Heroin beziehungsweise Kokain in die Justizvollzugsanstalt Darmstadt-Eberstadt geschmuggelt und damit gehandelt haben.

Die Drogen wurden laut Anklage über die Gefängnismauer geworfen oder bei Besuchen hineingeschmuggelt. Die Männer im Alter zwischen 29 und 35 Jahren sollen Mitglieder einer straff organisierten Bande gewesen sein. „So etwas passiert eben einfach“, sagte Hartmann-Grimm zu der kurzfristigen Verschiebung des Prozessbeginns. Sie habe den Fehler erst am Vormittag entdeckt. Zum Auftakt sei das Verlesen der Anklage vorgesehen gewesen. In der JVA Darmstadt-Eberstadt gibt es laut hessischem Justizministerium rund 530 Plätze im geschlossenen Vollzug.

Drogen hinter Gefängnismauern seien trotz Kontrollen schwer zu verhindern. Nach Angaben des Ministeriums gilt dies gerade auch bei Besuchen. Hier könne leicht Rauschgift eingeschmuggelt werden, da die Sicherheitskräfte auch aufgrund allgemein rechtlicher Beschränkungen Gäste nicht bis ins kleinste Detail durchsuchen könnten.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio/ thorben wengert

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