Prozess um Doppelmord ohne Leichen

Limburg - Im Prozess um den sogenannten Doppelmord ohne Leichen hat die Staatsanwaltschaft erneut lebenslange Haftstrafen für beide Angeklagten gefordert. Staatsanwalt Frank Späth wiederholte vor dem Landgericht außerdem die Forderung vom Januar, die „besondere Schwere der Schuld“ festzustellen.

In diesem Fall wäre eine Entlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Späth hatte bereits im Januar plädiert, die Kammer war damals aber auf Antrag der Verteidigung erneut in die Beweisaufnahme eingetreten. Die Anklagebehörde legt einem 61-Jährigem und seinem 26 Jahre alten Sohn zur Last, zwei Halbbrüder vermutlich im mittelhessischen Uckersdorf ermordet zu haben. Der 61-Jährige hatte in dem schon über 18 Monate dauernden Verfahren gestanden, die beiden Halbbrüder erschossen zu haben. Das Urteil soll am 12. August verkündet werden. Der 61 Jahre alte Angeklagte sei wegen gemeinschaftlichen Doppelmordes und Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz zu einer lebenslangen Haftstrafe zu verurteilen, sagte Späth.

Der Sohn soll das gleiche Strafmaß bekommen. Auch der Nebenklägervertreter Dieter Henze hielt in seinem Plädoyer die Bestrafung wegen gemeinschaftlichen Mordes für erforderlich. Am Tattag Ende Februar 2009 will der 61-Jährige die Halbbrüder in Notwehr umgebracht und die Leichen in einem Öltank verbrannt haben. Motiv: Er sei von den beiden wegen Rauschgiftgeschäften erpresst worden. Ihre Leichen wurden nie gefunden. Der Staatsanwalt zeigte sich überzeugt, dass Existenzangst die Angeklagten zu Mördern machte. Die getöteten Männer waren Drogendealer, die Angeklagten, die eine Marihuana-Plantage betrieben, waren ihre Lieferanten. Mit der Plantage sollen Vater und Sohn rund 210.000 Euro jährlich umgesetzt haben.

dpa

Quelle: op-online.de

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