Prozess um Eierwurf-Angriff auf Bundespräsidenten

Frankfurt - Ein 49-jähriger Offenbacher muss sich wegen eines Angriffs auf das deutsche Staatsoberhaupt vor Gericht verantworten. Der Mann warf gezielt zwei rohe Eier auf den Bundespräsidenten Christian Wulff.

Er hat es auf Bundespräsidenten abgesehen: Ein weiteres Mal muss sich von morgen (Mittwoch) an ein 49 Jahre alter Ingenieur aus Offenbach wegen eines Angriffs auf das deutsche Staatsoberhaupt vor Gericht verantworten. Vor dem Landgericht Frankfurt geht es diesmal um Eierwürfe auf Bundespräsident Christian Wulff (CDU) bei dessen Antrittsbesuch im April in Wiesbaden. Die Anklage lautet auf versuchte Körperverletzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Bundespräsidenten.

Wulff und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schritten damals gerade über den Platz vor dem Landtag, als sich der 49-Jährige näherte und zwei rohe Eier auf die Politiker schmiss. Eines traf den Ministerpräsidenten an der Hose, das zweite streifte den Ärmel von Wulff. Anschließend nahmen Polizisten den Eierwerfer fest.

Die Ei-Attacke in Bildern

Ei-Attacke auf Bundespräsident Wulff

Ein genauen Grund für den Angriff nannte der Mann bei der polizeilichen Vernehmung nicht. Es war nicht das erste Mal, dass der Angeklagte einen Bundespräsidenten ins Visier nahm. So schmiss er 2002 dem damaligen Staatsoberhaupt Johannes Rau bei einem Besuch im Gießen einen Haufen Zettel vor die Füße. Er wurde kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Und auch Wulffs Vorgänger Horst Köhler machte im Oktober 2007 in Frankfurt bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels spezielle Bekanntschaft mit dem Angeklagten. Dieser umklammerte Köhler von hinten, als der Bundespräsident aus der Paulskirche trat. Angeblich, um ihn zu einem Gespräch über einen Mietprozess zu veranlassen.

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Dieser Vorfall hatte vier Prozesse vor Frankfurter Gerichten zur Folge. Nachdem das Oberlandesgericht eine Geldstrafe von 2400 Euro gekippt hatte, wurde der Ingenieur zum Schluss vom Landgericht nur noch zu 40 Arbeitsstunden verpflichtet, weil es nicht abschließend feststehe, ob ein Umklammern Gewalt im Sinne des Nötigungsparagrafen sei.

In den Frankfurter Prozess am Mittwoch ist auch ein psychiatrischer Sachverständiger einbezogen. Gleichwohl will das Gericht die Sache an einem Verhandlungstag erledigen. Mehrere Polizisten sollen dabei in den Zeugenstand. Eine Vernehmung von Wulff oder Bouffier als Zeugen ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft deshalb nicht erforderlich.

dpa

Quelle: op-online.de

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