Rache für erstochenen Bruder

Schüler nach brutalem Angriff auf Zeugen verwarnt

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Die Polizei verhaftet nach den Vorfällen vor dem Landgericht.

Frankfurt - Eine große Gruppe verfolgt den Zeugen eines Mordprozesses und verprügelt ihn. die Polizei schnappt später einen 19-Jähriger, der an der Selbstjustiz beteiligt war. Es handelt sich um den Bruder des Mordopfers. Nun erhielt der 19-Jährige seine Strafe.

Weil er am Rande eines Prozesses um den gewaltsamen Tod seines Bruders einen Zeugen misshandelt hat, ist ein 19-jähriger Schüler heute in Frankfurt verwarnt worden. Das Amtsgericht schickte ihn zudem zu einem Anti-Gewalt-Seminar. Er hatte im März den Prozess gegen den ebenfalls 19 Jahre alten Täter vom Zuschauerraum aus verfolgt. Weil er sich von dem Auftritt des Zeugen provoziert fühlte, verfolgte er ihn nach der Aussage gemeinsam mit sechs weiteren Zuschauern bis zur U-Bahn.

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Obwohl der Zeuge von zwei Polizisten begleitet wurde, kam es zu einer Schlägerei, bei der das Opfer und die Beamten leicht verletzt wurden. Während die anderen Schläger flüchten konnten, wurde der Angeklagte festgenommen. Nach Einschätzung der Jugendgerichtshilfe war seine Familie nach dem Tod eines ihrer Söhne tief traumatisiert. Der Angeklagte habe sich in einer absoluten Ausnahmesituation befunden. Weil er noch niemals zuvor mit der Justiz in Berührung kam, beließ es das Gericht bei der Verwarnung und der Auflage. Der Bruder war im August 2013 bei einem Streit zwischen Jugendgruppen in der Innenstadt erstochen worden. Der Täter wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. In dem Prozess vor dem Landgericht hatte es mehrfach Ausschreitungen im Zuschauerraum und vor dem Justizgebäude gegeben.

Jagdszenen in Frankfurts Innenstadt

Jagdszenen in Frankfurts Innenstadt

dpa

Quelle: op-online.de

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