Kindsmörder Gäfgen will Schmerzensgeld

Frankfurt - Mehr als acht Jahre nach seinem Mord an dem elf Jahre alten Bankierssohn Jakob von Metzler streitet der Täter Magnus Gäfgen heute vor dem Landgericht Frankfurt um Schmerzensgeld.

10.000 Euro Schmerzensgeld will Kindermörder Magnus Gäfgen vom Land - der 35 Jahre alte Entführer des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler verlangt das Geld als Ausgleich psychischer Probleme, die er wegen polizeilicher Folterdrohungen vor mehr als acht Jahren erlitten haben will.

Damals hatte ihn ein Vernehmungsbeamter mit Schmerzen bedroht, wie er sie noch nie erlebt habe. Gäfgen hatte das Versteck seines Opfers preisgegeben, das aber nur noch tot geborgen werden konnte. Zunächst sollte ein medizinischer Gutachter vor dem Landgericht zu Wort kommen.

In dem Zivilprozess kommt es zu einem Wiedersehen der Beteiligten aus dem Jahr 2002. Neben dem mit Prozesskostenhilfe unterstützten Kläger Gäfgen erschienen heute auch der Vernehmungsbeamte und dessen damaliger Chef, der Vizepolizeipräsident Wolfgang Daschner. Sie sollen als Zeugen aussagen. Daschner hatte mit einem Aktenvermerk die illegale Folterdrohung zur Rettung des Kindes öffentlich gemacht und ist wie der Vernehmungsbeamte wegen Nötigung verurteilt worden. Daschner könnte Angaben machen, wer ihm damals aus dem hessischen Innenministerium unter Führung des heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) Rückendeckung für die Aktion gegeben hat.

dpa

Quelle: op-online.de

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