Wohl keine Verurteilung wegen Totschlags

„U60311“-Prozess: Milde für Türsteher

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Knapp drei Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Gastes in der Frankfurter Diskothek "U60311" standen drei Angeklagte Türsteher erneut vor Gericht.

Frankfurt - Nach knapp drei Monaten ist der zweite Prozess um eine tödliche Auseinandersetzung im Frankfurter Technoclub „U60311“ auf der Zielgeraden angekommen.

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Das Landgericht Frankfurt erteilte heute den rechtlichen Hinweis, wonach die drei zwischen 22 und 38 Jahre alten Angeklagten nicht mehr mit einer Verurteilung wegen Totschlags zu rechnen hätten. Stattdessen kämen Körperverletzung mit Todesfolge oder gefährliche Körperverletzung infrage. Der 31 Jahre alte Gast war im April 2011 von den Angeklagten ohne erkennbaren Anlass mit solcher Wucht getreten und geschlagen worden, dass er seinen Verletzungen erlag. Im ersten Prozess waren die Türsteher zu Haftstrafen bis zu zehneinhalb Jahren wegen gemeinschaftlichen Totschlags verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte dieses Urteil jedoch kassiert.

Bilder aus dem Prozess

Totschlagprozess um „U60311“-Türsteher

Der genaue Tathergang habe auch im zweiten Prozess nicht mehr geklärt werden können, hieß es in dem Hinweis des Landgerichts. Deshalb könne auch kein möglicher Tötungsvorsatz mehr hergeleitet werden. Die Strafen werden deshalb voraussichtlich um einiges niedriger ausfallen als im ersten Urteil. Nach Einschätzung des Gerichts kann der Prozess noch im Juni abgeschlossen werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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