Urteil des Landgerichts

Drogenschmuggel aus Liebe? Chirurg ins Gefängnis

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Frankfurt - Ein Chirurg sei „blind vor Liebe“ gewesen und habe deshalb sechseinhalb Kilo Kokain geschmuggelt. Das wollte der mittlerweile Verurteilte zumindest das Gericht glauben lassen.

Angeblich aus Liebe zu einer Frau hat ein Chirurg knapp sechseinhalb Kilogramm Kokain aus Mexiko nach Europa geschmuggelt - nun muss der verschuldete Mann ins Gefängnis. Das Frankfurter Landgericht verurteilte den 31-Jährigen zu vier Jahren und neun Monaten Haft, wie das Gericht heute entschied. Ebenso lange ins Gefängnis muss seine 27 Jahre alte mexikanische Geliebte.

Das Pärchen war im Juni dieses Jahres mit zwei großen Stoffkoffern mit Kokain in Frankfurt gelandet. Noch in der Transit-Zone wurden die Drogen entdeckt und die Kuriere festgenommen. Vor Gericht legten der Chirurg, der sich offenbar erfolglos um eine Arbeit in seinem Beruf bemüht und deshalb Schulden hatte, und die Grafik-Designerin umfassende Geständnisse ab. Der Mann sagte, seine Freundin habe die Kontakte zu den Drogenhändlern geknüpft und er sei „blind vor Liebe“ gewesen. Er hätte mit dem versprochenen Kurierlohn von insgesamt 6000 US-Dollar große Teile der Schulden begleichen können.

Strafverschärfend wertete das Gericht die große Menge des Rauschgifts. Zudem fand der Vorsitzende Richter, die Not des Chirurgen sei im Vergleich zu anderen Kurieren nicht groß gewesen: „Er hätte ja auch als Arzt arbeiten und von dem Verdienst die Schulden abtragen können.“

dpa

Quelle: op-online.de

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