Nach Deutschland gelockt und ins Bordell gesteckt

Frankfurt - Wegen Menschenhandels, Vergewaltigung und Zuhälterei muss sich ein 28-jähriger Automechaniker vor Gericht verantworten. Vor dem Landgericht Frankfurt geht es um die Beziehung des Angeklagten zu einer 19-Jährigen aus seiner Heimat Rumänien.

Dem Mann wird vorgeworfen, die junge Frau Anfang vorigen Jahres mit Versprechungen von einer Arbeitsstelle als Haushaltshilfe nach Deutschland gelockt zu haben.

Dort wurde das Opfer laut Anklage in ein Bordell gesteckt und zwischendurch vom Angeklagten vergewaltigt - um ihr „zu zeigen, wie der Beruf läuft“, sagte die Frau. Der Angeklagte sprach dagegen von einem Liebesverhältnis und einem Racheakt nach dem Beziehungsende.

In der Verhandlung wurde ein Liebesbrief des Angeklagten erörtert, in dem von seiner Zuneigung zu der Frau die Rede war. Die zierliche Rumänin dagegen sagte im Zeugenstand, aus eigenem Willen hätte sie niemals eine sexuelle Beziehung zu dem Mann gehabt.

Sie habe ihn über Internet-Kontakte kennengelernt und „ganz sympathisch“ gefunden: „Hätte ich jedoch aus eigenem Wunsch Sex haben wollen, säße ich heute nicht hier.“

Nach einigen Wochen im Bordell nutzte sie die Chance zur Flucht aus einem Fenster und zeigte ihren Peiniger bei der Polizei an. Die Strafkammer hat zwei weitere Verhandlungstage vorgesehen.

dpa

Quelle: op-online.de

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