Im Wahn den Stiefvater erstochen

Frankfurt - Das Landgericht Frankfurt hat einen Kunststudenten in die Psychiatrie eingewiesen, weil er seinen Stiefvater umgebracht hat. Der Beschuldigte hatte den Mann im Schlaf mit 24 Messerstichen getötet.

Weil er im Wahn seinen Stiefvater getötet hatte, ist ein 30 Jahre alter Kunststudent vom Landgericht Frankfurt in die Psychiatrie eingewiesen worden. Der Beschuldigte habe zwar einen Mord begangen, als er den schlafenden Stiefvater im Oktober 2010 in Oberursel getötet habe, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Drescher am Montag in der Urteilsbegründung. Weil der an Schizophrenie und erheblichen Wahnvorstellungen leidende Mann aber schuldunfähig sei, könne er für die Tat nicht belangt werden.

In der dreitägigen Beweisaufnahme war es von Anfang an um die Einweisung des 30-Jährigen gegangen. Die Staatsanwaltschaft hatte diese Maßnahme gefordert. Der 50 Jahre alte Tierarzt hatte sich am Abend des Tattages gerade schlafen gelegt, als sich der Stiefsohn in sein Schlafzimmer schlich und mit einem Baseballschläger zuschlug. Danach versetzte er dem wehrlosen Opfer noch 24 Messerstiche, an denen der Stiefvater starb. Bereits zuvor hatte der Student in einem Wutanfall Möbel zertrümmert und Drohungen ausgestoßen. Gleichwohl vermied es die Familie, ihn einweisen zu lassen.

Nach der Bluttat kam der Beschuldigte umgehend in die geschlossene Abteilung. Der Gerichtsvorsitzende äußerte in der Urteilsbegründung die Hoffnung, „dass der Beschuldigte seine Krankheit annimmt und mit den Ärzten kooperiert“. Nur dann und bei einer passenden Medikation habe er überhaupt noch eine Chance. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung verzichteten auf Rechtsmittel. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

dpa

Quelle: op-online.de

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