„Aus Versehen“ den Falschen niedergestochen: Prozess um Mordversuch

Frankfurt - Versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung wird seit heute einem 42 Jahre alten Ladenbesitzer aus der Frankfurter Innenstadt zur Last gelegt.

Vor dem Landgericht Frankfurt geht es um einen Vorfall, der sich am Fastnachtssonntag dieses Jahres vor einer Gaststätte in der Altstadt abspielte.

Der schon erheblich angetrunkene Geschäftsmann war laut Anklage offenbar wegen einer Frau mit einem anderen Kneipengast aneinandergeraten. Nach einer gewissen Zeit fiel er vor dem Lokal über einen 37 Jahre alten Mann her, der mit dem Streit überhaupt nichts zu tun hatte, und stach ihm mehrfach in den Hals. Erst als er in das Lokal zurückging und dort seinen wahren Kontrahenten sah, sagte er, er habe ja „aus Versehen den Falschen abgestochen“.

Vor Gericht äußerte er sich am ersten von drei Verhandlungstagen noch nicht zu dem Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft geht vom Mordmerkmal der Heimtücke aus, weil das Opfer zum Zeitpunkt der Tat arg- und wehrlos gewesen sei. Der seither an erheblichen Sprachstörungen leidende Mann schilderte im Zeugenstand, wie er urplötzlich mit dem Messer konfrontiert worden sei. Erst kurze Zeit vorher habe er sich die Hand gebrochen, so dass er wegen des Gipsverbandes keine wirksame Gegenwehr habe leisten können.

Nach der Messerattacke flüchtete der Täter aus der Gaststätte zu seinem Geschäft, wo er auf das Dach stieg und erst nach Stunden von der Polizei festgenommen werden konnte. Zwischendurch hatte ihm ein Psychologe gut zugeredet. Eine Alkoholmessung ergab rund zwei Promille.

dpa

Quelle: op-online.de

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